Costa Rica- Pura Vida

Im Vorfeld der Reiseplanung für unsere Flitterwochen haben wir uns mit vielen Freunden über geeignete Ziele unterhalten. Es gab immer etwas zu diskutieren, ein ständiges Hin und Her mit Abwägen von Vor- und Nachteilen, doch bei einer Destination waren sich alle einig: Costa Rica. Es gibt niemanden, der schon in Costa Rica war und zurückkam mit den Worten: Nein, das war nichts. Stattdessen sind alle begeistert, fasziniert vom satten Grün, dem pazifischen und karibischen Meer, natürlich den Faultieren und der gesamten Vielfalt dieses kleinen und doch so imposanten Landes. Also war die Entscheidung getroffen: Auf in die grüne Schweiz Mittelamerikas- für ganze drei Wochen!

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Obwohl sich Costa Ricas Fläche, die nur knapp 0,4 Promille der Erdoberfläche einnimmt, nur wenig von der Nordrhein Westfalens unterscheidet, kann es doch ganze sieben Klimazonen vorweisen, was einen packtechnisch vor große Herausforderungen stellen kann. Es besteht ein Zeitunterschied von sieben Stunden, doch wenn man spät abends ankommt und dann die erste Nacht durchschläft, hält sich der Jetlag in Grenzen. Wir haben uns auf der Reise dem natürlichen Rhythmus angepasst und sind immer sehr früh schlafen gegangen und dafür mit dem Sonnenaufgang bereits aufgestanden. So hat man noch etwas vom Tag und ein paar Stunden angenehme Temperaturen, bevor die Hitze beginnt. Costa Rica erreicht man mit einem Direktflug von Frankfurt aus in knappen 12 Stunden und der Flughafen San José ist nur eine viertel Stunde von den ersten zentralen Unterkünften entfernt.

Es gibt zwei Währungen in Costa Rica: Costa-Rica-Colón und US Dollar. Wir haben oft gelesen, dass man immer eine gewisse Summe beider Währungen bei sich tragen muss, was jedoch in der Realität nicht der Fall ist. Wir hatten nur Colones und unsere Kreditkarte dabei und sind damit nirgends auf Probleme gestoßen. In den touristischen Orten ist der Dollar gern gesehen, doch wenn man den Preis dann in Colones umrechnet, bemerkt man, dass da teilweise ordentlich aufgeschlagen wird. In den Restaurants kann man normalerweise mit Kreditkarte zahlen und für die Kokosnuss am Strand oder die Ananas am Straßenrand bietet sich die einheimische Währung an.

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Es empfiehlt sich, für eine Rundreise ein Auto mit 4×4 zu mieten, da manche Unterkünfte einfach nicht anders erreichbar sind. Wir hatten dafür zunächst eine alte Klapperkiste, die nach den ersten Metern auf der Autobahn aber einfach komplett abgeschaltet hat, und haben diese dann in ein neueres Modell umgetauscht, damit wir auch heil überall ankommen. Nachdem wir auf unserer Reise sogar durch Flüsse fahren mussten, würde ich ein solches Auto nicht nur empfehlen, sondern im Nachhinein sagen: ohne das geht es nicht.

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Laut Happy Planet Index (<– definitiv einen extra Klick wert!) ist Costa Rica seit vielen Jahren das glücklichste Land der Welt. Warum ist das so? Pura Vida! Mit diesem Lebensmotto gehen die Bewohner durchs Leben. Alles ist sehr entspannt und tranquillo, überall wird man freundlich gegrüßt und Stress scheint hier ein Fremdwort zu sein. Costa Rica besitzt die weltweit höchste Biodiversität und erst 2016 wurde eine neue Froschart entdeckt, die vorher noch keiner kannte. Auch bei der Bekämpfung des Klimawandels ist Costa Rica vorne mit dabei: bis 2021 möchte das Land vollkommen plastikfrei sein. Kein Wunder also, dass die Einheimischen hier ein überaus langes und glückliches Leben führen. Da kommt man doch gerne mal zu Besuch.

Für weitere Infos über dieses bezaubernde Land am besten mal die offizielle Website von Costa Rica besuchen!

Route im Überblick

Wir haben auf unserer Reise insgesamt 9 Stationen mit 1-3 Übernachtungen pro Stopp geplant:

  • San José
  • Quepós
  • Uvita
  • Puerto Viejo
  • La Fortuna
  • Monteverde
  • Sámara
  • Tamarindo
  • Liberia

Da wir gerne über Weihnachten und Silvester etwas länger und „gemütlicher“ an einem Ort bleiben wollten, haben wir uns gegen noch mehr Stationen entschieden. So mussten wir beispielsweise den Nationalpark Corcovado im Südosten und Tortuguero auf der nördlichen Karibikseite streichen. Dort schlüpfen zu bestimmten Zeiten des Jahres kleine Schildkröten, die man dann auf dem Weg zum Meer unterstützen kann. Diese Erfahrung habe ich bereits an der Baja California Sur in Mexiko machen können und wollte sie gerne wiederholen. Da die Schildkrötenschlüpfzeit aber leider nicht in unsere Reisezeit fiel, haben wir diesen Punkt eben gestrichen.

Unsere Reise hat in der Hauptstadt von Costa Rica begonnen:

Kulinarisches San José

In fast jedem Reiseführer wird San José als nicht wirklich sehenswert deklariert. Schaut man sich dagegen Foodblogs an, findet man doch den ein oder anderen kulinarischen Leckerbissen. Wir haben unsere Route durch die Hauptstadt daher ausschließlich mit Ess- und Trinkstopps gefüllt, denn: man gönnt sich ja sonst nichts 🙂 Zwei Orte möchte ich besonders hervorheben:

1. Das Quartier, das sich in den letzten Jahren von der ruhigen Nachbarschaft zum hippen Ausgehviertel gemausert hat und in dem an jeder Ecke ein Restaurant oder Café zu finden ist, heißt „Escalante“ an der Calle 33.

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Ein schönes Café, das auf unserer Liste stand, ist das „Franco“, bei dem man sich gerne fürs zweite Frühstück auf die Warteliste setzen lässt, um danach in entspannter Atmosphäre besonderen Kaffee zu schlürfen. Außerdem sind die satten Schokoladencookies mit Meersalzkrümeln absolut empfehlenswert!

Wie es sich für so ein Hipster-Viertel gehört, hat natürlich auch Escalante seinen eigenen „Mercado“ mit kleinen Holzbuden, in denen von Sushi über Steaks bis hin zu Crepes alles verkauft wird. Außerdem gibt es kleinere Boutiqueläden mit vielen süßen handmade Besonderheiten, die man gerne mit nach Hause bringt.

2. Ein weiterer lohnenswerter Stopp ist die „Boqueria Turno by Chef Rafael„, auf die wir durch eine Fernsehreportage aufmerksam wurden. Chef Rafael interpretiert die traditionelle Küche Costa Ricas auf raffinierte Art und Weise neu und modern. Auf Kochbananen und gegrilltes Fleisch sind wir bereits in Jamaika total abgefahren und zum Glück findet sich das auch hier überall. Dazu ein frisch gezapftes Cerveza und wir sind im #foodheaven.

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Frisch gestärkt sind wir dann am nächsten Tag bereit für unseren ersten Vulkan!

Poás Vulkan

Die zwei wichtigsten Hinweise für den am meisten besuchten Nationalpark vorab:

  • Ticket online im Voraus buchen
    • Das ist kein nett gemeinter Ratschlag, sondern eine unabdingbare Pflicht: ohne vorherige Online-Buchung (Anmeldung auf der SINAC-Homepage) des Tickets wird nämlich kein Zutritt gewährt. Die Buchung gestaltet sich als kompliziert, da die offizielle Homepage oft für einen ganzen Tag außer Betrieb ist und man mächtig Glück haben muss, wenn man kurzfristig noch Tickets buchen möchte.
  • Wecker stellen
    • Frühaufsteher aufgepasst: Eure Stunde hat geschlagen, denn es empfiehlt sich aufgrund der täglich schnell heranziehenden Wolkendecke, die allererste Tour des Tages um sieben Uhr morgens zu besuchen. Für die lächerlichen 30 Kilometer benötigt man allerdings mindestens eine Stunde mit dem Auto, die man unbedingt einplanen sollte, damit man nicht zu spät kommt. Die Einlasszeit beträgt nur 20 Minuten, dann ist schon die nächste maximal 50 Personen-Gruppe dran.

Beachtet man diese beiden Tipps, steht einem atemberaubenden Blick auf das dampfende Herz des Kraters, in dem ein eisblauer See schimmert, nichts mehr im Wege.

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Leider ist das Besucherzentrum seit dem letzten großen Ausbruch im April 2017 immer noch gesperrt, sodass dieser Stopp tatsächlich mit einem Besuch auf der  Aussichtsplattform endet.

Manuel Antonio Nationalpark | Quepos

Der Nationalpark, der am zweitmeisten besucht wird, ist der Manuel Antonio Nationalpark. Wir haben aufgrund der Hauptsaison daher mit überfüllten Trails und Stränden gerechnet, doch wir hatten Glück und es gab viele Abschnitte, auf denen wir ganz alleine auf den Wanderwegen unterwegs waren.

Das Tolle an diesem Ort ist, dass es sowohl etwas für Wandersleute, als auch etwas für Strandliebhaber ist. Eigentlich würden wir uns in die letzte Kategorie zählen, doch für den Blog ist kein Weg zu weit, daher sind wir jeden (fast) einzelnen Aussichtspunkt im Park angelaufen. So kamen wir dann beispielsweise in den Genuss von diesem schönen Platz:

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Baden konnte man hier leider nicht, allerdings an den anderen drei der vier Strandabschnitte und es lohnt sich, hierfür ein bisschen Zeit einzuplanen. Das pazifische Meer hat Badewannentemperatur, die Sandstrände fallen flach herab, das Wasser ist türkisblau- hier verweilt man gerne noch ein bisschen länger.

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Auch hier noch zwei Hinweise am Rande:

  • Das Mitnehmen von jeglichem verpackten Essen insbesondere Snacks ist strengstens untersagt. Lediglich Wasser und Obst darf mit hineingenommen werden und alle Rucksäcke werden am Eingang inspiziert. Es gibt aber einen einzigen Essensstand im Park, der aufgrund dieser Restriktionen natürlich jeden Preis für aufgewärmtes Essen verlangen kann, der ihm beliebt.
  • Für Nahaufnahmen von Faultieren, Affen und Leguanen lohnt sich ein Guide. Dieser weiß erstens, wo sich die Tiere meistens aufhalten und ist zweitens mit einem Fernglas und einem speziellen Objektiv ausgestattet, mit dem er direkt vor die Nase der Tiere heranzoomen kann. Dann wird das Handy vor die Linse dieser Lupe gehalten und schon hat man das perfekte Foto. Falls man sich das Geld sparen will: Einfach daneben stellen und so tun, wie wenn man zufälligerweise auch eben gerade das Faultier oder den Affen im Baum entdeckt hat.

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Marina Ballena Nationalpark, Playa Hermosa, Catarata | Uvita

Fährt man eine Stunde weiter die Pazifikküste entlang, kommt man nach Uvita, wo es uns auf Anhieb super gefallen hat. So super, dass wir nach einer sehr schlechten und regnerischen Wettervorhersage für die Karibikküste, die unser nächster Stopp gewesen wäre, spontan alle Pläne über den Haufen geworfen und unseren Aufenthalt hier um ein paar Tage verlängert haben. Und da wir in den Flitterwochen sind, ist es natürlich nicht irgendeine Unterkunft geworden, sondern das absolut paradiesische „Casa Suardika im Bali Bosque Retreat“ in den Bergen. Die Besitzer haben schon überall auf der Welt gelebt und ein kleines Stückchen Bali nach Costa Rica gebracht. Morgens wird man von Brüllaffen geweckt, tagsüber kommen Kolibris und Tukane zu Besuch und abends fliegen die Fledermäuse um die Wette- tiefer im Dschungel kann man wohl wirklich nicht sein. Mit eigenem Pool und fantastischem Ausblick bis aufs Meer ist das sehr gut auszuhalten und man kann sich fast nicht mehr davon trennen.

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Ein Highlight, wenn man einen begnadeten Chefkoch als Ehemann hat, ist die Außenküche, die wie von Zauberhand jeden Tag etwas anderes leckeres fabriziert hat. Der tägliche Start in den Tag war ein traditionelles Frühstück: Gallo Pinto. Zu Deutsch: Gefleckter Hahn. Es handelt sich um ein typisches Frühstück der Ticos, wie die Bewohner Costa Ricas genannt werden. Reis mit Bohnen, gewürzt mit Koriander, was man übrigens den ganzen Tag essen kann, wird zum Frühstück am liebsten mit Patacones, frittierten Kochbananen, Ei und Tortilla gegessen. So kann der Tag beginnen!

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Marina Ballena Nationalpark

Von hier aus ist es nicht mehr weit bis zum Marina Ballena Nationalpark, in dem man mehrere Tage verbringen kann, da es sich um verschiedene Strandabschnitte und das Highlight, das nur bei Ebbe zu erreichen ist, handelt. Der „Whale Tail“ zeigt sich nur, wenn das Wasser zurückgeht- dann kann man auf einer Sandbank eine kleine vorgelagerte Insel erreichen, die von oben aussieht wie eine große Walflosse. Außerdem kann man an einem Riff schön schnorcheln und natürlich im warmen Meer baden. Der Eintritt kostet 6$ pro Person und das Parken im Schnitt 4$, je nach Parkwächter.

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Playa Hermosa

Falls man sich einfach nur einen Tag am Strand, ohne Eintritt in den Nationalpark, gönnen möchte, bietet sich der direkt daneben liegende Playa Hermosa an. Hier kann man seine Hängematte, die übrigens zum Standardrepertoire eines jeden Tico gehört,  aufspannen, sich für kleines Geld eine Kokosnuss köpfen lassen und einen gemütlichen Tag in der Sonne verbringen. Da es keine Unterströmungen an diesem schönen Sandstrand gibt, eignet er sich bestens zum Schwimmen.

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Catarata Uvita

Und eine letzte kleine Sehenswürdigkeit in Uvita: „Catarata Uvita“, ein Wasserfall mit mehreren Becken, in denen man sich erfrischen kann. Er ist in Laufnähe zum Zentrum und bei durchschnittlich 30 Grad lohnt sich diese Erfrischung allemal.

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Karibikküste | Puerto Viejo

Von der Pazifikküste ging es dann an einem Reisetag einmal quer durchs Land, um am Abend an der Karibikküste in Puerto Viejo anzukommen. Dort hat uns erstmal ein lauter Umzug mit Straßenmusik empfangen, was nach unserem Aufenthalt in völliger Abgeschiedenheit und Ruhe in den Bergen fast wie ein kleiner Kulturschock war. Zum Glück liegt das „Umami Hotel“ etwas abseits vom ganzen Trubel, sodass wir fast genauso schön empfangen wurden wie in unserer letzten Unterkunft.

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Nationalpark Cahuita

Ganz in der Nähe von Puerto Viejo befindet sich der Nationalpark Cahuita, der neben einem Wanderweg auch ein Korallenriff zum Schnorcheln bietet. Leider war das Wetter etwas unbeständig und zum Zeitpunkt unseres Besuchs gerade Flut, sodass wir uns nur einen Guide gegönnt haben, der mit uns ca. eine Stunde auf dem Trail unterwegs war und nach den schönsten und verstecktesten Tieren Ausschau gehalten hat. Und was soll ich sagen? Es hat sich gelohnt! Die giftige Schlange hätten wir nie im Leben alleine unter den Blättern entdeckt und auch die übers Wasser laufende Basilisk-Echse wäre uns definitiv durch die Lappen gegangen. Die 20 Dollar für einen local guide sind also gut investiert.

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Danach kann man noch etwas am Strand entspannen, doch Achtung vor den Waschbären. So süß ich sie am Anfang noch fand, so sehr hat sich mein Blick doch gewandelt, als sich zwei dieser Ungetüme von hinten auf uns gestürzt haben, um unser Essen zu klauen. Sogar in den Zehen beißen wollten sie, aber wir haben sie böse angefaucht und nachdem sie bemerkt haben, dass es bei uns nichts zu holen gibt, haben sie schnell das Weite gesucht.

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Vulkan Arenal mit Hot Springs, Hanging Bridges, Wildlife Trail | La Fortuna und Monteverde

Und weiter geht die Fahrt, diesmal ca. fünf Stunden nordwestlich bis zum legendären Vulkan Arenal, der 1968 das letzte Mal ausgebrochen ist und seitdem unentwegt heißen Dampf aus dem Krater schickt. Wir haben uns in den „Nirú Rainforest Suites“ eingebucht, da diese den perfekten Blick auf den Vulkan versprachen. Und in der Theorie war das auch tatsächlich so. In der Praxis hat es im Regenwald aber ständig geregnet (sowas aber auch!), sodass wir hier ein kleines „Finde den Fehler-Foto“ eingebaut haben.

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Das hat der Stimmung aber keinen Abbruch getan, denn mit einem Hot Tub im kleinen eigenen Häuschen lässt es sich dann schon ganz gut aushalten. An dieser Stelle allerdings wieder ein Warnhinweis, der diesmal nichts mit Waschbären, sondern mit Nasenbären zu tun hat. Freut euch nicht zu früh, wenn ihr eines dieser „süßen“ Tierchen hinter dem Haus vorbeilaufen seht, denn auf einmal sind es zwei und dann drei und schließlich faucht dich eine ganze Nasenbärfamilie an. So schnell wie an diesem Morgen sind wir noch nie zum Auto gerannt!

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Wem der Hot Tub im Häuschen nicht genug ist, der kann sich in einer der zahlreichen Hot Springs, die vom Vulkan Arenal erwärmt werden, entspannen. Empfehlen können wir die Ecotermales Hot Springs, da diese nicht ganz so „amerikanisch“ mit Wasserrutschen und lauter Musik, sondern eher für die Ruhe suchenden unter uns konzipiert wurde. Der Eintritt ist mit 44$ pro Person nicht ganz günstig, aber besonders bei Regenwetter ein dankbarer Punkt auf dem Tagesplan. Kommt man früh am Morgen, hat man fast das ganze Areal für sich, was sich über Mittag dann doch stark füllt.

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Hanging Bridges

Direkt neben unserer Unterkunft befindet sich der Mistico Park mit seinen Hanging Bridges, die sich durch den Regenwald schlängeln. Hier kamen nun endlich unsere stylischen Regencapes zum Einsatz, die man auf jeden Fall einpacken sollte, wenn man eines Rundreise durchs ganze Land macht (man erinnere sich an die sieben Klimazonen). Man kann hier auch mit Ziplines durch den Regenwald rauschen und das ganze mit einem Tarzan Swing ausklingen lassen, doch wir waren mit den Hängebrücken völlig zufrieden und haben auf diesen abenteuerlichen Spaß verzichtet.

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Wildlife Trail

Danach gab es ein kleines Highlight auf unserer Reise: ein Besuch auf dem Bogarin Trail in La Fortuna. Tipp am Rande: es gibt zwei Eingänge, unbedingt den unscheinbareren von beiden nehmen. Warum? 1. Kostet er nur die Hälfte und 2. ist das der Original Park. Der andere Eingang wird von einer anderen Firma betrieben, die das ganze etwas touristischer aufzieht. Obwohl es nicht explizit als „Sloth Trail“ ausgeschrieben ist, war unsere Wanderung doch genau das: Insgesamt 10 Faultiere, mit oder ohne Baby, schlafend oder Blätter fressend, konnten wir in aller Ruhe beobachten.

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Und unser Guide war niemand Geringeres als Giovanni Bogarin persönlich, der diesen sekundären Regenwald über zwei Jahrzehnte lang mit seinen eigenen Händen erschuf. Das Gute an diesem Projekt ist: es wird für immer oder zumindest sehr lange Zeit Bestand haben, da die aktuellen Gesetze in Costa Rica es verbieten, den Regenwald, der in direkter Umgebung zu einem Fluss liegt, abzuholzen.

Die Wanderung über zweieinhalb Stunden war so unglaublich witzig durch seinen Humor und gleichzeitig so spannend, weil er uns viel über die Entstehung und seine persönliche Historie erzählt hat. Nebenbei hat er dann alle tierischen Bewohner mit seinen Tierstimmen, für die er bereits zwei Mal in der New York Times war, nachgeahmt und sie so aus ihren Verstecken gelockt. Sogar die winzig kleinen Frösche unter den feuchten Blättern hat er mit seinem geschulten Blick entdeckt. Wer also in La Fortuna ist, darf sich diese Gelegenheit auf gar keinen Fall entgehen lassen!

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Sogar die früher fast vom Aussterben bedrohte Iguana-Echesenart (während des Krieges wurden die Tiere tatsächlich vom Feind verspeist) hoch oben in den Bäumen hat Giovanni entdeckt. Dank seines Fernrohrs können auch Menschen mit weniger gutem Auge alle Tiere von Nahem bewundern.

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In Monteverde kann man so ziemlich das Gleiche machen wir in La Fortuna. Es reicht also unserer Meinung nach aus, wenn man sich im Vorfeld der Reise für einen der beiden Stopps entscheidet. Wir würden die Nebelwälder von Monteverde streichen, da man den Bogarin Trail in La Fortuna auf gar keinen Fall verpassen darf und man mit den Hot Springs zusätzlich zu den Hanging Bridges, für die auch Monteverde bekannt ist, noch eine weitere „Attraktion“ hat.

Zurück zum Pazifik | Sámara

Die Nebelwälder von Monteverde liegen ziemlich mittig zwischen der Karibik- und der Pazifikküste, sodass man, um zur etwas westlicher am Pazifik gelegen Stadt Sámara zu gelangen, nicht mehr ganz so lange fahren muss. Zwischen den Jahren haben auch die Ticos alle Urlaub, sodass besonders die Küstenstädte voller als gewöhnlich sind. Wir haben uns daher für eine Unterkunft etwas abseits entschieden und können diese mit sehr gutem Gewissen weiterempfehlen: Das Baumhaus, das der ursprünglich aus dem Schwabenländle stammende Joachim verwaltet, ist ein wahres Goldstück. Perfekt um einen großen Baum herumgebaut, der den prachtvollen Mittelpunkt des Hauses darstellt, fehlt es hier an nichts.

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Sámara selbst ist ein sehr touristisches Städtchen, es geht sehr hektisch und voll auf den Straßen zu und der Stadtstrand ist überlaufen, man wird mit lauter Musik beschallt und bekommt alle paar Meter eine Surfstunde zu „really good prices“ angepriesen. Man hat,  glaube ich, mittlerweile herausgelesen, dass wir eher die ruhesuchenden Urlauber (geworden) sind, daher haben wir uns nach Alternativen für den Strandbesuch umgeschaut. Playa Barrigona, der in der Nähe liegt, und Playa San Miguel, zu dem man eine gute Stunde auf krassen Schotterpisten fahren muss, haben wir dann auch besucht.

Playa Barrigona

Nur einen Katzensprung vom Baumhaus entfernt, liegt der Playa Barrigona, auch bekannt als „Mel Gibson-Beach“, da Besagter dort ein bescheidenes Häuschen besitzt, in das er ab und an mit seinem privaten Helikopter geflogen wird. Leider haben wir ihn bei unserem Ausflug aber nicht persönlich getroffen.

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Der Strand eignet sich sehr gut für einen längeren Aufenthalt, da es Palmen gibt, an die man seine Hängematte binden kann, der Sandstrand flach ins Meer abfällt und sich hier trotz der Berühmtheit eher weniger Touristen herverirren.

Tamarindo

Nach ein paar Tagen im Baumhaus wollten wir die Pazifikküste noch weiter erkunden und sind daher in nordwestlicher Richtung ein paar Stunden weiter gefahren. Etwas außerhalb von Tamarindo haben wir uns dann im wunderschön angelegten BnB „Les Voiles Blanches“ eingebucht, das von einem französischen Pärchen geführt wird. Den französischen Chic spürt man sowohl beim Frühstück, das von den Gastgebern persönlich zubereitet wird, als auch beim Interieur. Mit insgesamt nur fünf Parteien bleibt es hier immer angenehm ruhig, sodass man die letzten Tage der Reise noch sehr entspannt verbringen kann.

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Tamarindo an sich ist eine wahre Surfer-Hochburg. An jeder Ecke gibt es Surferläden und es ist eine Menge los. Anders als in Sámara ist Tamarindo aber etwas besser erschlossen, sodass man hier auch mal in einem guten Sushi-Restaurant Abwechslung zur Reis-mit-Bohnen-Küche bekommen kann. Guten Kaffee gibt es im ganzen Land verteilt und er schmeckt besonders lecker, da er hier meist direkt nach der Ernte von den Kaffeebauern gekauft und frisch geröstet wird. Und was es hier auch an jeder Ecke gibt: Yoga! Der perfekte Zeitpunkt also, um das neue Jahr mit einer Yogasession bei „Ser Om Shanti Yoga“ einzuläuten.

Playa Avellana

Ein schöner Strandabschnitt, zu dem man etwa zwanzig Minuten fährt, ist der Playa Avellana. Auch hier kann man ewig weit ins Meer hinauslaufen und sich dann ins warme Wasser fallen lassen. Schatten spendenden Bäume sind direkt am Strand und wenn man nicht aufpasst, kann die Tasche schonmal von den darauf lebenden Iguanas ausgeräumt werden.

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Nationalpark Rincon de la Vieja | Liberia

Und schon sind wir bei der letzten Station der Reise angekommen. Da wir von Liberia aus zurückfliegen, haben wir unsere letzte Unterkunft in der Nähe gebucht. Außerdem ist hier der Nationalpark Rincon de la Vieja, der einen weiteren Vulkan Costa Ricas umgibt.

Hier haben wir eine letzte Tour (wehe, wir werden noch als Wandersleute abgestempelt) gemacht und sind knapp 10 Kilometer durch den Nationalpark gelaufen. Wenn man den Touristenmassen entkommen möchte, sollte man nicht den Eingang im Sektor Palais wählen, sondern stattdessen etwa eine halbe Stunde weiter fahren, bis man zum Sektor Santa Maria kommt. Hier stehen dann statt 50 Autos nur 5 und man ist nach der Begleichung des Eintritts von 15 Dollar pro Person auf den Wegen nahezu alleine unterwegs.

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Es gibt auf der Route insgesamt vier Stopps, die man anlaufen kann: zwei Wasserfälle sowie Cold und Hot Springs. Um dorthin zu gelangen, muss man teilweise auch Flüsse überqueren und steile Abhänge hinabklettern, ab und zu schlängelt sich eine Schlange über den Weg und man wird von zahlreichen Schmetterlingen begleitet.

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Bis zu den Hot Springs läuft man knapp drei Kilometer und wird schon von Weitem vom schwefeligen Geruch, der mich immer an faule Eier erinnert, begrüßt. Es gibt mehrere Becken, die Temperaturen zwischen 35 und 40 Grad haben und auf der Haut bilden sich unter Wasser kleine Bläschen, die lustig kribbeln.

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In unserem Hotel Hacienda Guachipelin gibt es noch weitere Hot Springs, die man bei einer Übernachtung auch kostenlos nutzen darf, doch sie waren im Vergleich zu denen im Nationalpark Rincon de la Vieja etwas überlaufen. Hier konnte man sich zusätzlich noch mit „volcanic hot mud“ einreiben, wodurch man zunächst sehr nach Schwefel stinkt, nach der Dusche aber die weichste Haut der Welt hat. Welch eine Wohltat für unsere unverschämt gebräunte Haut mitten im Winter 🙂


Und so schnell gehen sie dann doch vorbei, die Flitterwochen in Costa Rica. Vom tiefsten Regenwald in seinem satten Grün bis hin zum schönsten Strand, der türkisblau in der Sonne schimmert, haben wir wirklich alles gesehen. Nach unserem dreiwöchigen, unglaublich abwechslungsreichen Aufenthalt können wir nun umso mehr nachempfinden, warum die Menschen hier so glücklich sind. Wir sind es nämlich auch! Und vielleicht konnten wir durch diesen Beitrag auch ein bisschen Happiness zu euch transportieren!

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5 Kommentare Gib deinen ab

  1. malounami sagt:

    Das klingt wirklich nach einer Traumreise. Da hab ich gleich Lust, dich zu heiraten und mit dir in die Flitterwochen zu fliegen. Costa Rica natürlich und alles genau so wie du es hier beschrieben hast. Machste mit?

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    1. 5point10 sagt:

      Too late my dear, aber sehr verlockendes Angebot 😍

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  2. Sophie B. sagt:

    So ein toller Post, es macht so Spaß deine Costa Rica Erfahrungen zu lesen! Ich werde im Frühling nach Costa Rica fliegen, bin schon so gespannt und dankbar für deine Tipps!
    Liebe Grüße, Sophie
    http://www.aperture-wanderlust.com

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    1. 5point10 sagt:

      Oh wie schön! Du wirst es lieben! Melde dich gerne, wenn ich dir mit irgendwas weiterhelfen kann 😊

      Gefällt 1 Person

      1. Sophie B. sagt:

        Danke dir :)!

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