Sevilla’s Diary

3 Tage in Sevilla- Zeit für einen kleinen Einblick in diesen gar nicht mal so kleinen Kurztrip!


FKB, Donnerstag, 14:10 Uhr:

Obwohl daheim Regen angekündigt war, der uns noch mehr Lust auf diese Abwechslung vom Alltag machte, stiegen wir bei strahlendem Sonnenschein, allerdings jeder Menge Wind, bei dem selbst 3-Wetter-Taft nichts mehr ausrichten konnte, in den Flieger, der uns nach Spanien, genauer gesagt Sevilla in Andalusien, bringen sollte.

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Ähnlich wie bei der letzten Reise nach Athen dauerte der Flug nur knapp zweieinhalb Stunden, ehe wir bei noch mehr Sonnenschein und 30 Grad in Sevilla das Flugzeug schon wieder verließen. Der Flughafen liegt nur 9 km vom Zentrum entfernt und dank strengen Regelungen kosten alle Taxis in die Stadt das gleiche: 23,81 Euro. Sehr sympathisch, dass man ohne Angst vor Abzocke ins Taxi steigen kann.

Sevilla- die Stadt des Flamenco, des Stierkampfes und an diesem Wochenende auch des Fußballs, da im Stadion die beiden Mannschaften Barcelona und Valencia um den Titel kämpften.

Sevilla, Donnerstag, 18:00 Uhr

Wir werden direkt vor die Haustüre gefahren, vor der uns Antonio bereits erwartet. Das Apartment, das wir gebucht haben, entspricht ganz genau unseren Erwartungen und das Highlight ist die große Terrasse, auf der wir es uns sogleich gemütlich machen.

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Eigentlich war ein Essen in der Stadt geplant, doch da die Terrasse so verführerisch war, gab es stattdessen einen Großeinkauf im spanischen Supermarkt mit vielen Spezialitäten. Der Vorteil daran ist, dass man sich danach mit vollem Bauch einfach von der Sonnenliege ins Bett rollen kann.

Freitag, 08:00 Uhr

Heimlich, still und leise wurde alles für diesen Tag vorbereitet, es gab nämlich etwas zu feiern! Leider konnte ich keine Torte mit in den Flieger schmuggeln, daher gab es ein kleines Retro-Yes-Törtchen ganz ohne Schnaps, aber dafür mit Schnapszahl!

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Nach einem schief, aber ziemlich selbstbewusst, geträllterten „Happy Birthday“ konnte der zweite Tag in Sevilla dann auch beginnen! Bestes Wetter strahlte uns entgegen, als wir das Haus verließen und uns auf dem Weg in die Innenstadt machten.

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Freitag, 10:30 Uhr

Obwohl der Reiseführer es bereits vorausgesagt hatte, waren wir drei doch sehr fasziniert von der Schönheit dieser Stadt. Alle Gebäude sind perfekt erhalten, wunderschön verziert und bunt bemalt.

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Der Weg von unserem Apartment zur Kathedrale war nicht der Rede wert und laut den Touristen in der Schlange wäre heute wohl unser Glückstag, da man normalerweise stundenlang warten muss, um Eintritt in dieses Prunkstück zu erhalten.

Die Kathedrale ist die drittgrößte des gesamten Christentums und beeindruckt durch ihre imposante Größe. In ihr ruhen ganze 15% der Gebeine von Christopher Kolumbus, weshalb es ein großer Anziehungspunkt ist. Der Rest liegt in Santa Domenico und wird dort auch nicht rausgerückt. Gerüchte sagen, dass die Santa Domenicaner eine Prüfung der Überreste befürchten und dann vielleicht herauskommt, dass er gar nicht Kolumbus ist. Bis dato kann man Kolumbus also an zwei Orten der Welt besuchen und ihm die letzte Ehre erweisen.

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Aber das ist nicht alles, was man in der Kathedrale machen kann. Es lohnt sich auf jeden Fall, auch die 35 Stockwerke bis in den höchsten Turm zu erklimmen. Es gibt dort keine Treppen, sondern einen geraden Aufstieg, da früher dort sogar die Pferde hochtraben konnten. Diese gibt es leider nicht mehr, stattdessen viele Gruppen von spanischen Jugendlichen, die das Echo des Turmes mit ihrem Geschrei testen mussten.

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Der Ausblick von oben entschädigt dann aber für alles. Der Geruch der Orangenbäume im Garten der Kathedrale dringt bis in den Turm hoch und man hat eine hervorragende Aussicht über die ganze Stadt.

Freitag, 12:30 Uhr

Für eine kleine Stärkung zwischendurch, empfiehlt sich ein Besuch im Stadtteil Santa Cruz, der sich direkt hinter der Kathedrale befindet. Hier reiht sich ein kleines Tapas-Restaurant an das nächste und da man im Urlaub ist, kann man sich auch zum Mittagessen bereits einen Sangria gönnen. FALSCH! Wir wir gelernt haben, ist das wohl das größte Touristen-Erkennungszeichen überhaupt: ein Krug Sangria auf dem Tisch. Die Einheimischen servieren dieses Getränk ausschließlich zu Hause beim Besuch von Freunden, aber würden nie, nie, nie auf die Idee kommen, das auch im Restaurant zu bestellen. Stattdessen wird hier „un tinto de verano, por favor!“ bestellt, was nichts anderes als ein trockener, spanischer Rotwein gemischt mit der einheimischen Zitronenlimonade Gaseosa ist. Ohne Frage ein süffiges Getränk, was nicht nur den Durst stillt, sondern gleichzeitig eine erfrischende Abkühlung ist. Win-Win würde ich sagen. Da lassen sich die nächsten Kilometer zu Fuß gleich noch viel einfacher zurücklegen.

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Freitag, 18:30 Uhr

Die heutige Geburtstagsüberraschung des Tages führte uns in eine der vielen Markthallen Sevillas. Dort wurden wir von einem anderen Antonio in die Kunst der spanischen Küche eingeführt. Von Salmarejo, einer Gazpacho-ähnlichen, kalten Suppe, bis hin zu Sangria und der berühmten Paella, war alles vertreten. Natürlich durfte am Ende alles verzehrt werden und der Abend wurde mit einem Minz-Cava-Zitronen-Sorbet perfekt abgerundet.

Und für alle, die sich auch schon immer gefragt haben, woran man erkennt, dass die Paella fertig ist, wird hier das Geheimnis gelüftet:

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Man packt die mittlerweile mehrere Kilo schwere, mit Bohnen, Artischocken, Hühnchen und Reis gefüllte „Paella“ (was der Name für diese spezielle Pfanne ist) und stellt sie senkrecht vor sich hin. Wenn nun alles fest in der Pfanne bleibt, ist sie fertig. Wenn nicht… tja, dann kann man eigentlich nochmal ganz von vorne anfangen!

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Der Kochkurs war wirklich ein voller Erfolg und absolut empfehlenswert. Es war unsere erste „AirBnB experience“- Erfahrung und ich würde den Paella-Kurs jederzeit wieder besuchen. Man bekommt danach alle Rezepte und kann so die weltbeste Paella der Welt auch zu Hause nachkochen. Freut euch schonmal drauf, Freunde!

Samstag, 10:00 Uhr

Am letzten, vollständigen Tag in Sevilla ging es ein weiteres Mal in die Innenstadt, um ein berühmtes Kunstwerk eines deutschen Architekten, den Metropol Parasol, anzuschauen und zu besteigen. Es ist eine Holzkonstruktion mitten in der Altstadt mit organischen Strukturen und seit 2011 ein berühmtes Wahrzeichen der Stadt.

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Direkt zwischen den Häusern ragt dieses imposante Werk hervor und erlaubt durch die oben eingebauten Stege einen kleinen Spaziergang auf den Dächern Sevillas. Mit einer Länge von 150 Metern, einer Breite von 70 Metern und einer Höhe von 26 Metern ist es die größte Holzkonstruktion der Welt.

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Die Konstruktion erinnert, wie der Name schon sagt, an sonnenschirmähnliche Strukturen, die sich an den Birkenfeigenbäumen, die man in den Parks der Stadt sehen kann, orientiert. Auch, wenn es einen kleinen Eintrittspreis kostet und man am Wochenende ein wenig Wartezeit einplanen muss, würde ich einen Ausflug dorthin auf jeden Fall ins Programm aufnehmen.

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Samstag, 13:00 Uhr

Von der Innenstadt aus kann man nun entweder zum Plaza de Espana, einem der bekanntesten Plätze Sevillas, laufen, oder auch ein klimatisiertes Taxi oder Uber nehmen, um den Beinen eine kleine Pause zu gönnen.

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Der Platz ist riesig, fast 50.000 m2, und wird von einem im Halbkreis angeordneten Gebäude umrahmt, in dem regelmäßig Ausstellungen stattfinden. Es erinnert ein wenig an Venedig, da man in dem kleinen Gewässer, das sich vor dem Gebäude befindet, mit kleinen Gondeln herumpaddeln kann.

Der Plaza de Espana befindet sich in einem großen Park, auf dessen Parkbänken vor hübsch angelegten Seen man ein wenig entspannen kann.

Samstag, 15:00 Uhr

Weiter geht der Spaziergang durch die Stadt, diesmal direkt am kleinen Fluß entlang. Auf diesem Weg befinden sich hin und wieder noch alte Wach- und Verteidigungstürme, wie zum Beispiel der Torre del Oro, der 1220 errichtet wurde und immer noch aussieht wie damals.

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Außerdem passiert man ein weiteres Wahrzeichen der Stadt, und zwar den Plaza de toros de la Real Maestranza de Caballeria de Sevilla, der noch immer intakten und bei Veranstaltungen sehr gut besuchten Stierkampfarena. Im Reiseführer haben wir uns die schrecklichen Regeln dieser „Sportart“ durchgelesen und waren schockiert, denn die Stiere haben alles andere als eine schöne Zeit, sobald sie die Arena durch eines der nummerierten Tore betreten.

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Dann lieber schnell die Flußseite wechseln und die Brücke Puente de Triana überqueren, um zum Triana Market zu gelangen. Markthallen haben es uns einfach angetan, da diese einfach ein Paradies an Leckereien und Spezialitäten des Landes beinhalten. Dies in einer gemütlichen Atmosphäre mit vielen Sitzgelegenheiten und jeder Menge Einheimischer, die sich hier zum Afterwork treffen.

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Leider war das für uns auch schon die letzte Mahlzeit in dieser wunderbaren und eindrucksvollen Stadt, da der Flieger am nächsten Tag bereits vor dem Frühstück ablegt. Wir haben die Schönheit und das Lebensgefühl in Sevilla völlig unterschätzt und können daher jedem nur raten, gleich das nächste freie Wochenende herauszusuchen und einen günstigen Flug zu buchen. Frühjahr- und Herbsttrips würde ich allerdings dem Sommer vorziehen, da man hier nicht ganz so heißen, sondern angenehm warmen Temperaturen ausgesetzt ist.

Und so endet es, das Sevilla-Diary, das mich nun immer wieder an den schönen Kurztrip mit meinen beiden Liebsten erinnern wird.

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. malounami sagt:

    Wieder ein sehr schöner Eintrag, der Lust auf ein Weekend-Get-Away macht. Und wieder was gelernt: „un tinto de verano, por favor!“

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  2. Barbara sagt:

    Vielen Dank für die tolle Zusammenfassung eurer Kurzreise. Da möchte ich auf jeden Fall mal hin. Als Probeverkoster der Paella stelle ich micht gerne zur Verfügung.

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