Adventure overseas: Two years in California

It’s over. Wie oft habe ich mir vorgestellt, dass dieser Satz einmal wahr wird. Es ist vorbei- zwei Jahre Leben und Arbeiten im Silicon Valley. Ich sage bewusst nicht Kalifornien, da sich das Silicon Valley in sehr vielen Aspekten vom Rest des Landes unterscheidet. Das „richtige“ Kalifornien habe ich dann mehr in meiner Freizeit erlebt und es so sehr genossen.

Ich möchte nun das Kapitel beenden, damit ein neues angefangen werden kann. Auch wenn es vorbei ist, glaube ich doch fest daran, dass man sich zweimal im Leben sieht und alles einen Sinn hat, daher kann ich die Seite nun mit gutem Gewissen umschlagen. Vielleicht waren deshalb auch viele Abschiede nicht ganz so emotionale wie erwartet, da es keine Abschiede für immer waren.

Natürlich erhebt meine kleine „Abrechnung“ keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern gibt lediglich meinen subjektiven Eindruck der letzten beiden Jahre wieder. Und ihr werdet sehen: ich habe ganz schön viel erlebt.


Inside Silicon Valley

Was die Menschen denken, wenn man sagt, man wohnt im Silicon Valley? Selbstfahrende oder gar fliegende Autos, Techies an jeder Ecke und Leben an einem der fortschrittlichsten Flecken der Erde.

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Quelle: waymo.com

Was es wirklich bedeutet, im Silicon Valley zu wohnen? STAU, STAU und noch mehr STAU. Die Fahrten auf der 101 nach San Francisco haben mich an meine Pendlerzeit zwischen Karlsruhe und Stuttgart auf der A8 erinnert. Mit dem einzigen Unterschied, dass es hier weniger Baustellen und wesentlich mehr Spuren gibt- Fahren auf einem achtspurigen Highway (each way!) ist eine Normalität. Die Seiten der Straße sind gepflastert mit den großen Tech-Firmen: Apple hat seine Zentralstelle ausgebaut, Facebook wird größer und größer und auch der NASA scheint es nicht schlecht zu gehen. Überall wird gebaut und expandiert, es kommen mehr und mehr Expats in die Bay Area, die alle einen Batzen mehr Geld verdienen als ein Kindergartenteacher. Die Auswirkungen kann man sich denken: Die Mieten sind so horrent teuer, dass es nun nach zwei Jahren etwas völlig Normales ist, wenn Freunde sich eine Zweizimmerwohnung für 4000 Dollar pro Monat anmieten und man selbst 1200 Dollar für sein WG-Zimmer bezahlt in einem Haus, das gerade für 1,2 Millionen Dollar auf dem Markt steht (es aber vielleicht 200.000 wert ist). Der Vorteil: die Mietpreise in der Heimat kommen mir nun vor wie ein Witz! Für meine WG-Miete bekomme ich dort eine 100qm große Altbauwohnung im besten Stadtteil!

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Was hier aber nicht zu verachten ist: Die Häuser sind sehr oft Teil von Communities und haben solche netten Schmankerl wie einen Pool mit Poolhaus, eine Sauna, ein Fitnessstudio, ein Kino und teilweise noch vieles mehr inklusive. Abends nach der Arbeit einfach in den Pool springen zu können werde ich wirklich vermissen.

Aufgrund der hohen Miet- und Grundstückspreise findet man hier in Kalifornien sehr viele „Mobile Homes Communities“. Da das Haus hier nicht fest mit dem Grund verankert ist, sondern jederzeit wieder abtransportiert werden kann, wird keine Grundstückssteuer erhoben, sondern lediglich die Miete für das Haus. Hat ein bisschen was von Campingplatz-Feeling, ist aber für viele die einzige Möglichkeit, mit seiner Familie in einen schönen Haus zu wohnen.

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Die Launen von Mutter Natur

Erdbeben

Mir ist bewusst, dass ich direkt auf die San-Andreas-Verwerfung gezogen bin. Der Ort, an dem die Pazifische Platte an der Nordamerikanischen vorbeidriftet. Dies führt unumgänglich zu Erdbeben, von denen ich aber eigentlich immer nur von Freunden aus Deutschland, die besorgt gefragt haben, ob bei mir alles ok sei, mitbekommen habe.

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Quelle: dailymail.co.uk

Bis zum 4. Januar 2018. Der Tag, an dem ich das erste Mal ein richtiges Erdbeben erlebt habe. Die Menschen, die schon lange in Kalifornien leben, werden darüber natürlich lachen, aber für mich war das eine sehr beängstigende Erfahrung. Im Nachhinein hat es sich als mittelschweres Erdbeben der Stärke 4.5 herausgestellt, aber das hat mir ehrlich gesagt schon gereicht. Nachts von einem Hämmern an der Tür geweckt zu werden, von dem man zunächst glaubt, dass es sich um einen Einbrecher handelt, braucht kein Mensch. Dann auf einmal hellwach zu sein, weil man realisiert, dass man im Bett hin- und hergeschüttelt wird, erst recht nicht. Zum Glück war der Spuk bereits nach einigen Sekunden vorbei und nichts und niemand ist zu Schaden gekommen. Ich hoffe sehr, dass es stimmt, was die Leute sagen: viele kleine Beben werden das große, das schon längst überfällig ist, verhindern oder zumindest verharmlosen. Ich drücke die Daumen!

Waldbrände

Ständig wüten Waldbrände in Kalifornien und als ich in meinem ersten Jahr hier gehört habe, das Teile der nächstgrößeren Stadt San José evakuiert werden müssen, wurde mir ganz anders. Wie mit allem ist es allerdings auch hier so: man gewöhnt sich daran. Waldbrände sind hier an der Tagesordnung und dass man an großflächigen Bränden einfach vorbeifährt, leider auch. Das Weingut, das man in einem Jahr besucht hat, kann im nächsten schon wieder weg sein, so wie es leider bei den letzten großen Bränden Ende 2017 und auch derzeit wieder in Napa Valley der Fall war.

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Überschwemmungen

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Man kann es fast nicht glauben, wenn man den Absatz der Waldbrände gerade beendet hat, aber genauso zur Tagesordnung gehören Schäden durch Erdrutsche, die wiederum durch zu viele Regenfälle verursacht wurden. Im letzten Winter ist ein Teil meiner Joggingstrecke einfach verschwunden. Der Grund ist einfach verständlich: Regen gibt es nur in den Wintermonaten und dann aber teilweise so stark, dass die Erde gar nicht weiß, wo sie mit dem ganzen Wasser hinsoll. Die Folge: Erdrutsche und Überschwemmungen.

Betroffen ist leider auch der berühmte malerische Highway 1, der auf jedem Roadtrip durch Kalifornien auf dem Programm stehen sollte. Auch ein Jahr später sind immer noch Teile der Küstenstraße gesperrt, weil die Erdrutsche so große Schäden angerichtet haben.

Von der Bay Area kann man allerdings noch bis Big Sur fahren und dabei die wunderschöne ‚Bixby Bridge‘ überqueren. Leider kann es hier sehr oft passieren, dass man vor lauter Nebel gar nicht sieht, dass man direkt an der Küste entlang fährt, geschweige denn über eine Brücke. Aber manchmal hat man Glück und dann ist es einfach toll!

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How to live in the USA

Wenn man in ein neues Land zieht, kommen einige Behördengänge auf einen zu. Zum Glück hatte ich damals eine liebe Freundin zur Unterstützung dabei, die mit mir zusammen zum Wasserwerk gefahren ist, als uns das Wasser abgestellt wurde, die mit mir in der Schlange stand, um eine Social Security Number zu beantragen und die mit mir meine Seele in Form von Fingerprints verkauft hat.

Wenn man weiß, wie es geht, dann muss man im Nachhinein sagen, dass es etwas einfacher und unkomplizierter ist als in Deutschland. Wenn man ein Haus anmieten möchte, dann kann man in der Regel bereits nach ein paar Tagen einziehen. Kündigungsfrist? Fehlanzeige! Genauso leicht kommt man aus diversen Versicherungen raus- ein Anruf genügt und man ist wieder frei.

World Wide Web

Was mich allerdings etwas schockiert hat, war die Internetversorgung. Vielleicht hatte ich einfach nur unglaubliches Pech, aber als ich meinen neuen Wohnort zunächst per Googlemaps erkundet hatte und festgestellt habe, dass sich namhafte Firmen wie Google selbst, Facebook, Apple & Co dort angesiedelt haben, bin ich (etwas naiv wie ich jetzt weiß) davon ausgegangen, dass es Internet im Überfluss und wahrscheinlich sogar dank diversen Hotspots umsonst geben wird. Tja, Pustekuchen! Gerade im ersten Jahr kam es regelmäßig vor, dass man nach der Arbeit nach Hause kam und mit Freunden von zu Hause skypen wollte, doch das Internet leider gerade mal wieder eine Störung hatte. Da die Schule im gleichen Bezirk liegt, gab es selbst dort teilweise solche Probleme. Und eine Schule im Silicon Valley (und auch sonstwo) kann ohne Internet schlechtweg nicht arbeiten.

Aber das Internet war nicht nur schlecht, sondern auch unheimlich teuer. Für ein ganz gewöhnliche Verbindungsgeschwindigkeit und ein paar TV-Programme haben wir sage und schreibe 80 Dollar bezahlt. Na zum Glück habe ich in einer WG gewohnt, in der die Kosten geteilt wurden. Ab dem zweiten Jahr gab es dann übrigens kein Fernsehen mehr- man muss Prioritäten setzen! Stattdessen habe ich mir eine Hängematte angeschafft und wieder viel mehr Zeit für gute Bücher anstatt American Trash TV gehabt.

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Bankgeschäfte | Credit History

Die Eröffnung des Kontos an sich war einfach. Was danach kam, erinnert allerdings eher an die Steinzeit. Zunächst musste ich mir ein Scheckheft zulegen, da es hier Gang und Gebe ist, dass Rechnungen wie zum Beispiel die Miete, monatlich per Scheck bezahlt werden. Es gibt zwar Überweisungen, aber diese sind auf maximal sechs kostenfreie innerhalb der eigenen Bank beschränkt und kosten generell bankübergreifend. Nach zwei Jahren hier habe ich sage und schreibe 189 Schecks geschrieben (aber leider nicht annähernd so viele zurückbekommen)!

Seit ich denken kann, liegt es mir fern, Schulden zu machen. Vielleicht Erziehung, vielleicht die deutsche Mentalität, aber was ich mir nicht leisten konnte, wurde nicht gekauft. Auch nicht auf Raten. So denken allerdings die Amerikaner nicht, denn hier geht die Rechnung genau umgekehrt: Kredit haben = gut, keinen Kredit haben = nicht gut. Die sogenannte ‚credit history‘ gibt dir hier finanzielle Entscheidungsgewalt, ohne diese geht quasi nichts. Das spürt man im Alltag zum Glück nicht allzu oft, doch wenn man sich ein Auto leasen möchte, sieht man ganz schön alt aus mit den guten deutschen Werten. Aber auch im Ausland halten die Deutschen zusammen und so hat Volkswagen einen ‚Business Contract‘ für Expats eingerichtet, dank dessen wir uns ein Auto leasen konnten, ohne je im Leben Schulden gemacht zu haben. Welcome VW Tiguan (der übrigens auf den Parkplätzen zwischen den Nachbarn so ziemlich der kleinste war)!

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Einkaufen

In Deutschland bin ich eigentlich ganz gerne einkaufen gegangen. Rauf aufs Fahrrad, kurz in den Laden, die Einkäufe im Fahrradkorb verstaut und wieder zurück. Nicht so hier. Für einen Shoppingtrip kann man locker zwei bis drei Stunden einplanen. Erstens aufgrund des Verkehrs und der Entfernungen und zweitens, da man nicht nur in einen Laden geht, sondern in viele verschiedene. Beim einen gibt es günstig Obst und Gemüse, beim anderen kann man sich gut mit Hygieneartikeln eindecken und beim dritten ist sogar mal Sushi drin. Natürlich könnte man auch einfach zu Whole Foods gehen und dort alles auf einmal einkaufen, aber nicht, wenn man für einen Zwei-Tage-Einkauf 100 Dollar bezahlen möchte.

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Quelle: wholefoods.com

Gesundheitssystem

USA ist nicht gerade für sein tolles Gesundheitssystem bekannt. Es gibt immer noch viele, viele Menschen, die sich keine ‚insurance‘ leisten können, daher findet man in einer ganz normalen Drogerie beispielsweise Angebote für eine schnelle Grippeimpfung für zwischendurch. Wenn man sich aber eine Krankenversicherung gönnt, dann kann das deutsche Gesundheitssystem noch sehr viel lernen. Man muss nicht in die Praxis kommen, um untersucht zu werden, sondern man kann das ganz einfach per Videochat machen. Medikamente leer- kein Problem! Kostenlose Refills gibt es frei Haus. Alles geht bequem online von zu Hause aus- auch etwas, bei dem ich mich definitiv wieder umstellen muss.


German International School of Silicon Valley

Ohne diese Schule hätte das Abenteuer Kalifornien nie stattgefunden. Nach erfolgreicher Bewerbung sponsert die Schule ein Visum für drei Jahre, das man noch einmal verlängern kann, bevor man dann endgültig wieder nach Deutschland zurückkehren muss. Den Gedanken einer Verlängerung gab es nie, genausowenig wie bereits nach einem Jahr wieder gehen. Nach dem ersten Jahr hat man sich hier erst richtig eingelebt, man weiß, wie alles funktioniert, hat Freunde gefunden und ist angekommen. Gerade auch in der Schule hat man nach einem Jahr den Kindergartenkreislauf gut im Blick und freut sich schon auf das zweite Jahr, in dem man nicht mehr nur mitlaufen muss, sondern aktiv mitgestalten kann.

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Clash of Cultures

Was für mich anfangs sehr befremdlich war: man duzt hier alle. Und nicht nur hier, generell überall wird man mit dem Vornamen angesprochen. Liegt zum einen an der Sprache (das „Sie“ gibt es ja im Englischen nicht), aber zum anderen auch an der Mentalität hier.

Ich hatte hier einen tollen Workshop von einem Mann namens Greg Nees, der den Unterschied zwischen der amerikanischen und der deutschen Gesellschaft mit Kokosnüssen und Pfirsichen verglichen hat. Die Deutschen sind die harten Kokosnüsse, die schwer zu knacken, privat und verschlossen sind, und wenig von sich preisgeben. Doch wenn man einmal durch die harte Schale durch ist, kennt man das Innere. Anders als bei Amerikanern, bei denen man keine Mühe hat, die Schale zu durchdringen und zum Kern zu gelangen. Allerdings teilen sie nur ein Stück der Pfirsich, wie wenn man eine Scheibe herausschneiden würde. Dann weiß man aus diesem Ausschnitt aber auch wirklich alles, bis ins kleinste Detail, bis zum Kern. Doch da ist dann auch Schluss und auch der Rest der Pfirsich bleibt verborgen.

( vgl. Nees, Greg (2000): Germany: Unraveling an Enigma)

So ist es also keine Seltenheit, dass man beim Einkaufen an der Kasse die Liebesgeschichte des Vorgängers haarklein erzählt bekommt und man als unhöflich eingestuft wird, wenn man nicht dasselbe entgegnet. Oft reichen aber auch Einwürfe wie „Really??“, „That’s so amazing!“ oder „You’re kidding me!“, um das Gegenüber zufrieden zu stellen.

Auch die Eltern werden geduzt und das sah ich anfangs als Problem. War es aber nicht, sondern genau das Gegenteil trat ein: Man war vertrauter, enger, die Tür-und-Angel-Gespräche intensiver. So kommt es dann auch bei Elterngesprächen zu spontanen „You rock!“-Ausrufen von Elternteilen, die ihre Zufriedenheit und Freude nicht zurückhaltend deutsch, sondern typisch amerikanisch mit einem anschließenden High Five zeigen. Ganz besonders merkt man das am ‚Teacher Appreciation Day‘, an dem man über und über mit Blumen und lieben Karten überhäuft wird. Ein schönes Gefühl, so für seine Arbeit wertgeschätzt zu werden.

Aber die Einflüsse des Silicon Valley machen auch vor den Mauern der Schule nicht Halt. Der gesellschaftliche Leistungsdruck findet hier in Form von „How do I get my child into Stanford?“- Aussagen statt und der größte Wunsch eines Kindes lautete wie folgt: „I want to earn a lot of money when I grow up“. Jaja, es ist schon ganz schön schwer, mit dem Leben in der Bubble mitzuhalten. Aber irgendwoher muss das Schulgeld von ca. 20.000 Dollar im Jahr ja auch herkommen!

Kinder am Wasser

Nicht zu vergessen sind aber die Vorzüge des Arbeitens in Kalifornien: Sonne! Jeden Tag! Meine Sommersprossen haben sich in den letzten beiden Jahren verdoppelt und das hätte ich nie für möglich gehalten. Aber ich war wirklich jeden einzelnen Tag draußen auf dem Spielplatz und die Sonne hat mir ins Gesicht geblinzelt. Selbst an Regentagen hat sie sich kurz gezeigt und gute Laune verbreitet. Außerdem haben Kindergartenausflüge hier eine andere Bedeutung bekommen: man geht nicht nur in den Zoo, sondern fährt an den Strand vor der Golden Gate Bridge oder besucht die California Academy of Science. Wirklich toll, was den Kindern hier geboten wird.

Buddeln im Sand bei Golden Gate

Außerdem nicht zu verachten, sondern extra hervorzuheben, sind all die besonderen Menschen, die an dieser Schule arbeiten und Teil der Community sind. Bereits vor meiner Ankunft hatte ich in meinem deutschen Briefkasten von einer zukünftigen Kollegin den Schlüssel für ihr Haus in Kalifornien, in dem ich für die ersten Wochen unterkommen konnte, bis ich etwas eigenes gefunden hatte.

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Quelle: http://www.gissv.org

So etwas habe ich vorher noch nie erlebt und dieses Gefühl des Willkommenseins zog sich über die gesamten beiden Jahre. Sei es mit einem Lächeln oder kurzem Gespräch auf dem Campus, mit Sekt und Sushi daheim auf der Couch oder vielen Winetastings in Carmel, im herzlichen Umgang mit den Eltern weit über den Schulalltag hinaus oder bei der täglichen Arbeit in der Preschool und im Kindergarten. Von jeder Seite bekommt man Unterstützung und ich hoffe, ich konnte auch nur annähernd so viel zurückgeben, wie ich bekommen habe.


Me, Myself and I

Was hat es mit mir gemacht, die Heimat, Familie und Freunde zurückzulassen und nochmal ganz von vorne in einem neuen Land, mit einem neuen Job, und ohne Freunde zu beginnen? So einiges!

Ich bin damals gegangen, weil es schon immer mein Traum war, nicht nur ins Ausland zu reisen, sondern auch einmal dort zu leben und zu arbeiten. Ich bin unglaublich dankbar dafür, dass dieser wahr wurde. Außerdem wusste ich nicht so recht, wo mein Platz auf dieser Welt ist. Und auch das weiß ich jetzt. Und deshalb gehe ich zurück.

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Ich habe hier vieles erlebt, bin meinem Motto, jeden Monat einen neuen Ort zu entdecken, treu geblieben, habe unglaublich viel Yoga gemacht und neue Variationen ausprobiert, wodurch ich gewachsen und doch geerdet bin. Außerdem konnte ich mir einen weiteren Traum erfüllen und bin den Halbmarathon über die Golden Gate Bridge mitgelaufen- was für ein unbeschreibliches Erlebnis. Ich habe viele liebe Menschen getroffen, von denen manche zu wahren Freunden geworden sind und dank denen ich in Zukunft wieder mehr Brieffreunde haben werde. Ich bin alleine gereist oder in Gesellschaft, auf jeden Fall oft. Dieser Blog ist der beste Beweis dafür, denn er ist genau zwei Jahre alt und vollbepackt mit Abenteuern. Ich habe Kindern ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert und sie mir. Tausende Meilen wurden meinem Meilenkonto gutgeschrieben und ich liebe das Fliegen noch immer. Manchmal taten mir meine Hände vom Briefe und Karten schreiben weh, aber wenn es bei den Empfängern nur annähernd das Gefühl ausgelöst hat, das bei mir passiert, wenn Post von lieben Menschen im Briefkasten liegt, war es das mehr als wert. Gesteigert wurde dieses Gefühl nur von der Türklingel, wenn Besuch von zu Hause ankam und ganz viel Heimat mitgebracht hat. Die Liebe, die im Sommer vor zwei Jahren begonnen hat und nun alle Stadien einer Fernbeziehung durchlebt hat, ist intensiver als je zuvor und genießt nun den neuen Status der Nahbeziehung. Das alles ist ganz und gar nicht selbstverständlich und daher weiß ich es umso mehr zu schätzen.

Ich lasse viel hinter mir und nehme es doch mit und ich freue mich auf alles, was das Leben noch für mich bereithält.

Namaste – und Danke fürs Zuhören!

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Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. malounami sagt:

    Wow, wie ich diese Erkenntnis von dir liebe und auch ein bißchen beneide: „Außerdem wusste ich nicht so recht, wo mein Platz auf dieser Welt ist. Und auch das weiß ich jetzt. Und deshalb gehe ich zurück.“

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