Welcome to New Orleans

Nola- nun weiß ich endlich, was es bedeutet, denn es ist einer der vielen Spitznamen der Stadt. Bevor es zurück nach Deutschland geht, stehen noch ein paar Städtetrips in den USA auf dem Programm. Fangen wir also an mit New Orleans.

Die Stadt im US-Bundesstaat Louisiana hat knapp 400.000 Einwohner und somit die perfekte Wohlfühlgröße. Es gibt natürlich eine Skyline und auch sonst viel zu sehen, aber es ist nicht zu groß und daher auch interessant, wenn man nur ein paar Tage Zeit hat. Man hört neben Nola auch oft den Namen ‚Crescent City‘, was soviel bedeutet wie ‚Mondsichelstadt‘. Der Stadtumriss erinnert an diese Form, da er im Süden vom sich windenden Mississippi River und im Norden vom Lake Pontchartrain umrahmt wird.

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Außerdem ist  New Orleans das krasse Gegenteil des Wüstenstaates Kalifornien, da sich hier alles auf einer riesigen Sumpflandschaft befindet. Die Luft hier ist im Sommer sehr feucht (zwischen 70-80% Luftfeuchtigkeit), gleichzeitig auch sehr heiß und es regnet oft- perfekte Bedingungen für Hurrikanes, wie zuletzt im Jahre 2005 mit Hurrikane Katrina und der fast vollständigen Verwüstung der Stadt durch Überflutungen geschehen.

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Typisch für diese Stadt ist der kreolische Stil, der mich sehr an die Reise nach Jamaika erinnert- kein Wunder, wir sind ja auch sehr nah dran. Das berühmteste Wahrzeichen ist wohl die historische Altstadt, das ‚French Quarter‘, in dem sich viele Gebäude des spanischen und französischen Kolonialstil befinden. Außerdem gibt es hier an jeder Ecke Jazzbars und daher wird New Orleans auch die Wiege des Jazz genannt. Nicht zu verwechseln mit Austin, dem Live Music Capitol of the World.

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How to spend a day in Nola

8:30 AM | Yoga at the Cabildo

Warum Yoga beim Reisen? Nach einer Yogasession kann man ganz entspannt in den Tag starten und erst gar keinen Stress aufkommen lassen, außerdem ist man etwas achtsamer und ausgeglichener- der perfekte Tageseinstieg also! Und wenn man dann noch dazu mitten im French Quarter in einem historischen Nebengebäude einer Kathedrale gemeinsamen schwitzen kann, sollte man die Gelegenheit beim Schopfe packen, damit man nach der Reise nicht Urlaub nach dem Urlaub braucht.

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Eine 75minütige Yoga-Einheit bei ‚Yoga at the Cabildo‘ kann man dienstags, donnerstags und samstags buchen und man zahlt 15$ inklusive Matte und Eintritt ins Museum.

10:00 AM | Kurzer Stopp im Presbytère Museum

Da die Yogastunde in einem Seitenarm des Museums stattfindet, bietet es sich natürlich an, danach noch eine kleine Runde zu drehen. Im unteren Stock gibt es eine Ausstellung zum Thema ‚Living with Hurricanes‘ und im oberen Stock erfährt man alles über Mardi Gras (mit Fasching/Fasenacht/Karneval vergleichbar). Dieses Fest oder besser gesagt diese Jahreszeit wird in New Orleans riesengroß gefeiert: sie beginnt am 6. Januar und endet am ‚Fat Tuesday‘, dem Tag vor Aschermittwoch.

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In dieser Zeit gab es dieses Jahr in der Stadt sage und schreibe 53 Paraden, bei denen wie an Fasching Süßigkeiten von geschmückten Wägen, aber auch viele bunte Ketten geworfen werden. Die Überreste davon sind auch noch Monate später in den Bäumen oder auf Gebäuden zu finden.

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11:00 AM | spätes Frühstück im Café du Monde

Einmal über die Straße und schon ist man da: Das Café du Monde ist ein Anziehungspunkt für Touristen aufgrund seine perfekten Lage, aber auch aufgrund seiner perfekten Beignets (sowas wie Krapfen mit Puderzucker), eine kulinarische Besonderheit der Stadt. Wenn man nicht auf einen Tisch warten will, kann man sich einfach 3 Stück für 2,73 Dollar to go kaufen und sich im angrenzenden Park in der Sonne niederlassen.

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Ich habe mich gefragt, warum alle Touristen in dieses Café gehen und ein Tourguide gab mir die Antwort: Wenn man Leute fragt, wo man in New Orleans gute Beignets essen kann, sagen die Besucher meist: Café du Monde, weil sie nur das kennen. So trägt sich das immer weiter, obwohl man diese eigentlich in jedem anderen Café mindestens genauso gut bekommt.

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12:00 AM | Tour durch das French Quarter

Nach der Stärkung kann es weitergehen. Im French Quarter kann man in jede Seitenstraße gehen und sieht die typischen Häuser, für die New Orleans bekannt ist. Es gibt viele kleine Boutiquen, Giftshops, Cafés und Straßenkünstler, die man anschauen und erkunden kann.

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Außerdem befindet sich hier der French Market, ein riesengroßes Zelt, in dem man alles findet, was man (nicht) braucht. Es ist wie ein riesiger Flohmarkt und auf einer Seite befindet sich ein Café, in dem den ganzen Tag über eine Live-Jazzband spielt.

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Im hinteren Bereich gibt es neben den kleinen Verkaufsständen außerdem auch allerlei zu essen: von Austern über BBQ-Chicken bis hin zu Chocolate Fudge- und das in der Reihenfolge! Es stehen auch überall in der Stadt verteilt zahlreiche Foodtrucks, von denen man sich zwischendurch einen leckeren Snack holen kann.

Nicht zu vergessen die Tabasco-Tastingrooms, die sich an jeder Ecke befinden. Die scharfe Soße hat hier ihren Ursprung und das wird natürlich zelebriert.

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4:00 PM | Besichtigung der St. Louis- Kathedrale

Diese Kathedrale ist ein bedeutendes Gebäude der Stadt und liegt sehr zentral. Davor befindet sich ein Park, der über und über mit den unterschiedlichsten Bäumen aus aller Welt bewachsen ist: man findet hier Bananen-, Oliven- und Ahornbäume direkt neben Palmen und Oaks. Und alle gedeihen prächtig im feuchten Klima Nolas.

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Auch von innen kann sich die Kathedrale sehen lassen und wie in jeder anderen Stadt, in der ich eine Kirche besuche, habe ich natürlich auch hier eine Kerze für all die Menschen in meinem Leben angezündet, die nicht mehr auf solche Reisen gehen können. So sind sie dann doch ganz nah dabei.

5:00 PM | Fahrt mit der Streetcar

Die fünf Straßenbahnlinien in New Orleans haben eine interessante Geschichte: eigentlich gibt es sie schon sehr lange (die ‚Green Line‘ fährt seit dem frühen 19. Jhd.), aber in den 40er Jahren wurden sie aus Kostengründen durch Busse ersetzt. Irgendwann hat man aber bemerkt, dass durch den Wegfall der Streetcars auch irgendwie der Charme der Stadt verloren ging und deshalb wurden sie dann schließlich nach 20 Jahren doch wieder eingeführt.

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Die Streetcars erinnern sehr an die Cable Cars in San Francisco und eine Fahrt mit egal welcher Linie lohnt sich, da man viele schöne und vor allem sehr grüne Seiten von New Orleans sieht, weil die Schienen fast immer von Palmen gesäumt sind.

6:00 PM | Auf zum Mercedes Benz Superdome

Wenn man sich etwas mit der Geschichte der Stadt beschäftigt, kommt man im Zusammenhang mit dem schlimmen Hurrikane Katrina sofort mit dem Superdome in Verbindung. Alle Menschen, die damals nicht evakuiert werden konnten, haben sich dort getroffen und es wurde ein provisorisches Lager eingerichtet.

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Leider haben die Fluten irgendwann auch ihren Weg in den Superdome gefunden, was sehr dramatisch war, da niemand vorhersagen konnte, wie weit das Wasser steigen würde. Glücklicherweise hat sich die Lage irgendwann so weit verbessert, dass auch die Menschen aus diesem Lager evakuiert werden konnten. Für 168 Millionen Dollar wurde das Stadion, in dem Football und Basketballspiele stattfinden, nach langen Diskussionen saniert und seit knapp einem Jahr werden hier auch wieder Spiele ausgetragen.

7:30 PM | Dinner im Seed

Dieses kleine vegane und vegetarische Restaurant (nein, ich bin nicht konvertiert, hatte aber einfach Lust auf diese Küche) bietet sich an, wenn man im unten genannten Gästehaus unterkommt, da es in Laufnähe liegt. Das Seed ist immer gut besucht, modern und hell eingerichtet, es gibt frische Gerichte, dazu einen kalten Cider und sehr freundlichen Service. Auch die Preise sind vernünftig, also ab dorthin anstatt zu einem der Pizzaläden!

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09:30 PM | Ins Bett fallen VS. Feiern gehen

Da ich mich nach diesem langen und ereignisreichen Tag für ersteres entschieden habe, kann ich leider keine Empfehlungen zum Ausgehen aussprechen. Dafür aber für ein wunderbar großes und bequemes Kingsize-Bett im ‚WG Creole House 1850‚ im Central District. Es handelt sich um Gästehaus ohne Rezeption, aber dafür mit Charme (und Zahlencodes), was alles sehr flexibel macht. Es ist wie ein großes Haus, in dem die Zimmer vermietet werden und man fühlt sich nicht so anonym wie in einem Hotel. Natürlich kann man auch mitten im French Quarter wohnen, aber der Geldbeutel freut sich mehr über eine Buchung hier und mit einem Uber oder einem langen Spaziergang kommt man von dort auch überall hin.

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And that’s it.

Aufgrund der kurzen Zeit war leider nicht mehr möglich, aber man bekommt trotzdem einen guten Eindruck der Stadt. Mit ein paar Tagen mehr hätte man auch noch das World War II- Museum erkunden (unter den Top 5 der meist besuchten Museen der Welt), eine Schifffahrt auf dem Mississippi River oder eine Tour durch die Swamplands machen können. Auch den Friedhöfen gibt es Führungen, da sich die Gräber hier nicht unter der Erde, sondern auf ihr in Mausoleen befinden. So kann man also noch tiefer in die Geschichte der Stadt eintauchen.

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Für mich hat aber alles genau so gepasst wie es war und nun geht es auf in den Flieger zu den nächsten Stopps, Detroit und Chicago. I’m excited!

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