North California Roadtrip

Die vorerst letzte Reise durch Kalifornien, bevor es wieder zurück in die deutsche Heimat geht. Zwischen San Francisco und der Grenze zum Bundesstaat Oregon gibt es einige schöne Flecken, die man angeschaut haben sollte.

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Wir haben uns bei unserer fünftägigen Reise für folgende Route entschieden:

San Francisco – Santa Rosa

Santa Rosa – Redding

Redding – Eureka

Eureka – Fort Bragg

Fort Bragg – San Francisco

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Santa Rosa | Napa | Sonoma

Um Santa Rosa herum befinden sich Kaliforniens berühmteste Weinanbaugebiete und ein Tastingroom reiht sich an den anderen. Die Straße führt durch hügelige Berge, die über und über mit Weinreben bewachsen sind- da ist schon die Fahrt ein echtes Highlight.

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In Santa Rosa direkt gibt es nicht wirklich etwas zu sehen. Die Stadt wirkt wie kurz vor dem Aussterben und der einzige Grund, warum sie es nicht tut, ist der alljährliche Marathon, der durch eben beschriebene malerische Weinberge führt.

Wir hatten allerdings ein glückliches Händchen und haben für diese Nacht ein super stylisches Retro- Hotel gebucht, das ich für einen Stopp auf der Strecke nur empfehlen kann: ‚The Astro‚ ist ein Motel-/Hotel-Mix und das beste Beispiel dafür, dass amerikanische Motels nicht immer aus braungelben Teppichböden, durchgelegenen Betten und zu lauten und klapprigen Klimaanlagen bestehen müssen.

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Redding | Whiskeytown Lake | Lassen Volcanic Nationalpark

Bis zum nächsten Stopp, Redding, sind es ein paar mehr Kilometer, die leider nicht sehr abwechslungsreich sind, da man nicht einmal den Highway wechseln muss. Und wer schonmal auf einem amerikanischen Highway gefahren ist, der weiß, dass diese einfach nur stur geradeaus gehen und man am Wegesrand ab und zu ein paar Rinder sichtet. Hier lohnt sich also eher das Ziel und das war in diesem Fall der Whiskeytown Lake, ein Bergsee circa zwanzig Minuten westlich von Redding.

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Er erinnert etwas an Lake Tahoe und dieser wiederum an den Bodensee, also mit sehr schönen Erinnerungen behaftet. Außerdem kann man zur Abwechslung mal nicht in Salzwasser baden und es gibt keinen starken Meereswind, der einem den Sand in die Augen weht. Es gibt dort auch viele schöne Hikes, die wir allerdings aufgrund der Temperaturen von knapp unter 40 Grad ausgelassen haben. Stattdessen stand Relaxen am See auf dem Programm und diesen Tag hätte nur noch die Hängematte toppen können, die allerdings friedlich auf dem Dachboden in Deutschland schlief.

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Redding an sich ist auch eher als Zwischenstopp, anstatt als Sightseeingspot zu betrachten. Die Stadt hat aber die perfekte Ausgangslage zum Lassen Volcanic Nationalpark, der für seine vulkanischen heißen Quellen bekannt ist. Vor einem Besuch sollte man aber unbedingt auf der Homepage checken, ob eventuell Strecken aufgrund von Modernisierungsarbeiten geschlossen sind. Natürlich war das bei uns der Fall und es betraf ausgerechnet DEN Bumpass Hell Trail, wegen den man diesen Nationalpark eigentlich besucht. Also wurde der Park kurzerhand vom Programm gestrichen und stattdessen wurde am nächsten Tag ein weiterer Stopp am wunderschönen See eingelegt.


Von Eureka nach Fort Bragg | California Coast | Glass Beach

Der nächste Streckenabschnitt hat uns vom Landesinneren an die felsige Küste Kaliforniens geführt, die ich einfach über alles liebe. Schade, dass es (mir) immer einen Tick zu kalt zum Baden ist, aber stattdessen kann ich den Ausblick von oben umso mehr genießen. Die felsigen Hügel, auf die die riesigen Wellen klatschen, ab und zu ein Wal, der mitten im Meer auftaucht, und ein Hauch von Nebel- das ist für mich typisch kalifornisch!

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In Eureka selbst war es leider sehr kalt, regnerisch und grau und viel zu sehen gab es auch nicht. Vielleicht oder sogar sehr wahrscheinlich würde ich diesen Stopp nicht mehr anfahren, wenn ich diesen Roadtrip noch einmal machen würde. Dann eher ein kleines verschlafenes Dörfchen, auch direkt an der Küste, aber mit etwas mehr Charme. So wie Fort Bragg eben.

Auf der Strecke dorthin kann man durch den Redwood National Park fahren und dabei so witzige Dinge machen, wie das Auto durch enge Bäume navigieren. Was für ein Touri-Spaß (für läppische acht Dollar!)!

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An sich ist der Abschnitt aber wirklich schön: die Straße führt an einem Fluss entlang und ist übersäht von riesengroßen und mächtigen Redwoods. Es gibt auch kleinere Hikes, die man durch die Wälder machen kann, doch da wir noch eine Strecke im Auto vor uns hatten, haben wir nur einen kleinen Stopp am Fluß gemacht und die Füße ins erfrischend kalte Wasser gestreckt.

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Eine super Unterkunftsempfehlung in Fort Bragg ist die ‚Surf and Sand Lodge‚, die aus kleinen zweistöckigen Häuschen besteht und die perfekte Aussicht aufs Meer bietet. Da es mein Geburtstag war, gab es ein Upgrade auf ein Zimmer mit Jacuzzi und sobald wir uns mit Sushi und Champagner (zur Feier des Tages!) eingedeckt hatten, konnte dem romantischen Sonnenuntergang vom Jacuzzi aus nichts mehr im Wege stehen!

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Das Hotel liegt außerdem nur einen Steinwurf entfernt vom Glass Beach, zu dem man mit einem schönen kleinen Spaziergang entlang der Küste gelangt. Es ist nicht schwer zu erraten, woher der Glass Beach seinen Namen hat, da sich zwischen den kleinen Steinen am Strand viele bunte Glassteine untergemischt haben. Es werden immer wieder neue Glasstücke angeschwemmt, sodass man die Kinder, die eimerweise Glas sammeln und nach Hause tragen, nicht ausschimpfen und mit bösen Blicken strafen muss.

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Woher kommt das Glas bloß?

Wir hatten die irrwitzigsten Ideen, sind aber nicht auf die richtige Erklärung gekommen, die wie folgt lautet: Zwischen 1906 und 1967 wurde an verschiedenen Stellen in Fort Bragg Glasmüll ins Meer geworfen. Trotz vieler Reinigungsversuche war es nicht möglich, alle Überreste aus dem Meer zu entfernen und daher werden auch heute noch die ausgewaschenen Glasteile an den Strand geschwemmt. Täglich besuchen circa 1000 Touristen diesen Bereich (was ich nicht so recht glauben kann, da wir fast alleine dort waren) und daher schwindet der Glasanteil doch allmählich. Versuche von einem Kapitän, den Strand künstlich mit Glasabfall wieder „aufzuwerten“, scheiterten aus Kosten (und Sinn-?) Gründen, daher sollte man vielleicht doch damit anfangen, die glassammelnden Kinder zumindest ein bisschen streng anzuschauen 🙂 Wer den Glass Beach also noch sehen möchte, sollte schleunigst hin, bevor es zu spät ist!


San Francisco

Natürlich wird der folgende Abschnitt der wundervollen Stadt San Francisco nicht gerecht, aber die Erwähnung des Anfang- und Endstopps darf bei diesem Roadtrip-Bericht nicht fehlen.

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Von Fort Bragg fährt man ungefähr drei Stunden nach San Francisco, doch die Strecke führt die ganze Zeit an der Küste entlang und ist daher sehr kurzweilig.

Wer dennoch einen Halt einlegen möchte, sollte das in dem kleinen Dörfchen Marshall tun und sich dort an einem der Austernstände niederlassen. Empfehlenswert ist ‚The Marshall Store‚, ein kleiner Laden, in dem man sich ein, zwei oder drei Dutzend Austern kauft und sich dann an den Tischen direkt an der Bucht niederlässt. Dazu ein Glas Weißwein (natürlich nur einen kleinen Schluck für den Fahrer!) und schon geht die Fahrt noch ein bisschen schneller vorbei.

 

Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Fahrt über die Golden Gate Bridge jemals an Ehrfurcht und Aufregung verliert und dieses Gefühl, das man bereits beim ersten Blick hat, wenn man die Brücke zwischen den Häusern der Skyline aufblitzen sieht und schließlich beim tatsächlichen Überqueren, sind die 7,50$ Maut (nur in Richtung SF) allemal wert.

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Um einen guten Ausblick über die gesamte Stadt zu bekommen, empfiehlt sich eine Fahrt auf die ‚Twin Peaks‘, Hügel oder fast schon kleine Berge inmitten von San Francisco. Man sieht die Brücke weit entfernt im Nebel liegen und hat perfekte Sicht auf die Market Street, die sich in den Hochhäusern des Financial Districts verliert.

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Die Schwiegereltern in spe haben es sich auch dieses Mal nicht nehmen lassen, uns auf der Reise kulinarisch zu verwöhnen. Da wir beide Sushiliebhaber sind und ich für meinen Teil mich täglich davon ernähren könnte, ist die Wahl auf das Sushirestaurant ‚Wako‘ gefallen, das nur zwei Menüs auf der Karte hat und in dem man einen Abend mit einer leckeren Fischauswahl des Chefs und dem passenden Sake zu jedem der neun Gänge genießen kann. Tausend Dank dafür! Ich habe den Geschmack immer noch auf der Zunge!

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Das war er also, der Geburtstags- und last trip durch Kalifornien. Nun heißt es Abschied nehmen von diesem vielfältigen Land, das mir in den letzten beiden Jahren so viele schöne Momente und tolle Erfahrungen beschert hat.

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Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. bayersabine sagt:

    Wie immer tolle Fotos – und schöne Erinnerungen. Danke für’s Teilhabenlassen! Liebe Grüße aus Berlin. Von Josias‘ Mama.

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