Jamaika- jah, mon!

Die Jamaikaner sind einfach gut drauf- „we don’t enjoy, we fulljoy!“. Ob das am hohen Marihuanakonsum oder am Leben im Paradies liegt, ist die Frage. Man wird auf jeden Fall sehr herzlich auf der kleinen Insel in der Karibik willkommen geheißen- ganz klassisch mit Faustschlag und der Begrüßung „jaaah, mooon“, die beliebig oft in einen Satz eingebaut werden kann.

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(High) Five Must Sees

Wenn man den Entschluss gefasst hat, nach Jamaika zu reisen, ist die Gefahr der Überforderung groß. Wo soll man hin, was muss man sehen? Definitiv sollte man nicht nur an einem Ort bleiben, denn die Insel hat so viel zu bieten! Es gibt viele Möglichkeiten und dennoch gestaltet sich besonders die Suche nach geeigneten Unterkünften in der Nähe der diversen Sehenswürdigkeiten als schwierig. Um eine erste Orientierung zu geben, helfen diese fünf Orte, die man auf jeden Fall gesehen haben sollte:

  1. Reach Falls
  2. Blue Lagoon
  3. Glistening Waters
  4. Irie Blue Hole
  5. Seven Mile Beach

Der Nordosten |

Ocho Rios – Port Antonio

Um gleich den ersten Punkt der Liste abzuhaken, sollte man sich direkt nach Ankunft (oder spätestens nach einer Ankommensnacht) ins Auto setzen und einmal quer über die Insel fahren. Bevor man dies tut, bitte einmal an einem der großen Supermärkte bei Montego Bay halten, da es auf der anderen Seite der Insel keinen einzigen davon gibt.

In der Gegend um Port Antonio erlebt man das ursprüngliche, nicht touristisch erschlossene Jamaika. Dort gibt es wenig bis keine Infrastruktur und das Fahren auf den Straßen, die aufgrund von starken Regenfällen übersäht sind von riesigen Schlaglöchern, will gelernt sein, insbesondere in der Eingewöhnungsphase im Linksverkehr. Jamaika ist eine ehemalige britische Kolonie und lebt unter der Führung von Queen Elizabeth II. Fun Fact: Die Flagge von Jamaika ist eine der wenigen, die keine einzige Farbe der amerikanischen Fahne innehat! Die drei Farben haben wiederum eine sehr schöne und passende Bedeutung. Grün steht für die üppige Natur des Landes, Gelb steht für die Sonne, die alles erhellt und Schwarz steht für…?

a) Die dunkelbraune, fast schwarze Farbe des dort angebauten Kaffees

b) Die Haut der Jamaikaner

c) Den schwarzen Sand mancher Strände in Jamaika

 

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Where to stay

Direkt bei Long Bay auf einem kleinen Berg liegt das Pimento Lodge Resort, ein kleines familiengeführtes Hotel mit den liebsten Menschen, die wir auf unserer Reise kennen lernen durften. Mister und Misses Edward haben die gesamte Anlage in sechs Jahren mühevoller Handarbeit selbst aufgebaut, was wir auf den uns gezeigten Fotos von damals bestaunen konnten, und kümmern sich liebevoll um ihre Gäste. Die Zimmer sind geräumig, haben vom Balkon aus einen tollen Blick aufs Meer und sind perfekt, um nach der langen Reise erstmal in einer ruhigen Atmosphäre zu entspannen und anzukommen.

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Blue Lagoon

Von hier aus kann man dann den ersten Ausflug machen, der einen erahnen lässt, was die Insel noch alles bereithält- die blaue Lagune. Schilder und Hinweise sind generell Mangelware auf Jamaika, deshalb sollte man sich vorab Offlinekarten herunterladen, um den Weg zu den Sehenswürdigkeiten schließlich auch zu finden. Dort angekommen kann man sich dann entscheiden, ob man selbst etwas paddeln möchte (30$) oder sich auf einem Bambusfloß durch die Lagune und zu schönen Korallenriffen im Meer schippern lassen möchte (70$). Wir haben uns für die zweite Variante entschieden und haben uns auf dem kleinen Thron gefühlt wie die Queen persönlich.

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Bei der blauen Lagune ist der Name Programm- so türkisfarbenes und klares Wasser habe ich selten auf der Welt gesehen. Der nette Guide erfüllt jeden Wunsch, so kann man beispielsweise auch ein paar Stunden am Ufer der Lagune entspannen und dann weiterfahren. Schwimmen sollte man allerdings können, da es sein kann, dass der alte Herr aus Versehen zu weit ins Meer paddelt und man selbst dann aussteigen und etwas anschieben muss. Nichtsdestotrotz eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte.

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Winifred Beach

Nur ein Steinwurf entfernt findet man viele schöne Strände, unter anderem den Winifred Beach. Hierher verirren sich nur wenige Touristen und dafür umso mehr Einheimische und es gibt viele Palmen, an denen man seine Hängematte befestigen und einfach das Leben genießen kann.

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Restaurant Mille Fleurs

Um nach so einem „anstrengenden“ Tag zu entspannen, bietet sich ein Besuch im Restaurant Mille Fleurs im Mockingbird Hotel an. So habe ich noch nie in meinem Leben gespeist und wenn ich nicht so tolle Schwiegereltern in spe hätte, dann wäre ich wohl bis heute nicht in den Genuss gekommen. Chef Joe kocht typisch jamaikanische Gerichte, nutzt nur frische und regionale Zutaten und es gibt täglich immer nur ein Menü. Und das allerbeste daran: die Aussicht. Man wird zum Essen auf eine kleine, private Dachterrasse geführt, auf dem nur ein Tisch und viele, viele Kerzen stehen und man die wahrscheinlich beste Aussicht auf die Insel hat. Der perfekte Ausklang eines perfekten Urlaubstages.

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Reach Falls

DSC05964Die schönsten Wasserfälle der Insel sind definitiv einen Besuch wert. Ich empfehle eine kleine Tour mit einem local guide, aber man muss zunächst denen widerstehen, die einen gleich an der Kreuzung ansprechen und für überteuerte Preise ihre Touren anbieten. Fahrt stattdessen ein bisschen bergauf, bis ihr die Hütte von Kaisley entdeckt, der euch für die Hälfte (8$) von Ebene zu Ebene bis hoch zum berühmten ‚Government Pool‘ der Reach Falls führt. Wasserschuhe sind hier empfehlenswert, da man durch das Wasser watet und auf glitschigen Steinen wandert. Das Wasser ist kristallklar und erfrischend, wird allerdings immer trüber, je näher man zum gut besuchten Höhepunkt gelangt.

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Auf Jamaika wird Ostern wie ein riesiges Volksfest gefeiert und die ganze Insel strömt an die Strände im Norden und auch zu diesen Wasserfällen. Unser Höhepunkt war der Government Pool daher nicht, da er übersät war mit Menschen und lauter Musik und dem Geruch von Ganja- umso mehr haben wir die einsamen Pools darunter für uns alleine genossen. Generell gilt- je früher ankommen, desto besser. Wir waren meist gegen 10 Uhr morgens an den Sehenswürdigkeiten und schon wieder weg, bevor die großen Touristenschwärme angereist sind.

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Der Nordwesten |

Runaway Bay – Montego Bay – Negril

Hier gibt es den krassen Gegensatz zum ursprünglichen Jamaika: alles ist sehr touristisch, die Straßen haben kaum mehr Schlaglöcher, ein Hotel reiht sich an das nächste und sobald ein Kreuzfahrtschiff angelegt hat, platzt alles aus den Nähten. Daher ist es hilfreich zu wissen, wann die großen Dampfer anlegen und man somit die nahegelegenen Sehenswürdigkeiten meiden sollte (am besten vorher hier checken, welche Schiffe gerade im Hafen liegen). Der Vorteil an den vielen Touristen in dieser Gegend ist, dass alles sehr gut erschlossen ist, es viele Supermärkte gibt und man leckeres Chicken Jerk mit Festival, einer süßlich frittierten Brotbeilage, in einem der kleinen Straßenimbisse probieren kann.

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Where to stay

Entlang der Küste gibt es viele Orte, an denen man Halt machen kann und wir haben uns nach sehr, sehr langer Recherche, Pro-Contra-Listen und Preisvergleichen schließlich für das Piper’s Cove Resort in Runaway Bay entschieden. Das Hotel ist ähnlich aufgebaut wie das vorherige und besteht aus kleinen Häuser mit jeweils vier Apartments. Es liegt direkt am hauseigenen Strand und ist ein guter Ausgangspunkt für Touren in die Umgebung.

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Irie Blue Hole

Jamaika kann man eigentlich auch die Insel der Wasserfälle nennen, da man bestimmt ein Dutzend davon besuchen kann. Wir haben uns gegen die bekannten Dunn’s River Falls und stattdessen für das Irie Blue Hole entschieden. Die Gegend gehört einer einheimischen Community, die kleine Touren zum blauen Loch durchführt. Man erfährt  außerdem viel Wissenswertes über Jamaika und kann die Einrichtungen des kleinen Dorfes, wie beispielsweise die Farm oder die Schule besuchen. Der Eintritt kostet 10$ pro Person und nach der Tour noch ein wenig Trinkgeld für den Tourguide, der allerdings keine großen Gruppen, sondern immer nur einzelne Personen herumführt, was sehr angenehm ist, da man den Ausflug dann so gestalten kann wie man möchte.

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Glistening Waters

Auf dem Weg in den Nordosten kommt man an der Bucht von Falmouth vorbei. Hier kommt das Süßwasser des Martha Brae Rivers, auf dem man auch gut raften kann, und das salzige Meerwasser zusammen. Diese Mischung des Wassers erschafft biolumineszierende Mikroorganismen, die bei jeder kleinen Erschütterung zu leuchten beginnen. Wen das Naturphänomen näher interessiert, kann sich diesen dreiminütigen Kurzfilm darüber anschauen, denn besser als die GEO-Reporter kann ich es auch nicht erklären. Die Tickets für eine Bootstour zu den Glistening Waters kosten 25$ pro Person und beinhalten auch ein Gläschen des berühmten jamaikanischen Rum-Punch, der einem die Wartezeit am Hafen versüßt.

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Das Spektakel gibt es nur an vier Orten auf der Welt zu sehen: in Puerto Rico, in Indonesien, auf den Malediven und eben auf Jamaika. Das sollte man sich also nicht entgehen lassen und es ist wirklich witzig, seinen Arm oder Bein oder sogar sich selbst in das Wasser zu tauchen und auf einmal blau  aufzuleuchten. Um diesen Augenblick einzufangen, braucht man eine Kamera, auf der man eine lange Belichtungsdauer einstellen kann. Hier ein kleiner Eindruck davon:

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YS Falls

Und schon wieder ein Wasserfall, nun aber wirklich der letzte: Die YS Falls liegen eigentlich schon im Südwesten von Jamaika und sind sowohl von Montego Bay, als auch von Negril sehr gut zu erreichen. Dieser Ort ist ein beliebtes Ausflugsziel der Kreufahrttouristen, dementsprechend gut ist dieser Naturpark auch ausgebaut.

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Man wird mit einem Traktor bis zu den Wasserfällen gefahren und kann dort dann mit Ziplines die Gegend erkunden. Wer darauf keine Lust hat, wandert einfach den befestigten Weg neben dem Wasser hoch und genießt die Aussicht von dort. Man kann hier mehrere Stunden verbringen, da der Wasserfall auch mehrere Pools speist, bei denen man in der Sonne liegen und entspannen kann. Der Eintritt hier ist etwas höher als bei den anderen Wasserfällen (19$), dafür wird aber auch mehr geboten.

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Seven Mile Beach

DIE Touristenhochburg schlechthin- die Gegend um den Seven Mile Beach in Negril wird nicht umsonst ‚Resort Town‘ genannt. Bezieht man eine Unterkunft, die ungefähr in der Mitte des Strandes liegt, ist laute Reggaemusik, der Geruch von Gras und viele, viele  Menschen allgegenwärtig. Je weiter man an den Rand ausweicht, desto besser wird es und obwohl hier insgesamt wirklich mehr Touristen als im restlichen Land sind, lohnt sich dennoch ein Stopp an diesem traumhaften karibischen Strand.

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Where to stay

Empfehlenswert ist die Unterkunft White Sands, eine kleine Anlage mit modernen Zimmern und direktem Strandzugang. Das Hotel hat eine Bar, in der man den Tag ausklingen lassen kann und man die beste Sicht auf den täglich neu faszinierenden Sonnenuntergang hat. Dazu ein kühles Red Stripe Bier oder ein Sprung ins badewannenwarme Meer und alles ist gut!

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Dinge, die das Leben schöner machen

  • eine mobile Hängematte
  • Wasserschuhe
  • ein Mietwagen
  • Jamaica-Dollars

Auf unserer Rundreise konnten wir feststellen, was wirklich zählt im Leben auf Jamaika und ganz oben auf der Liste steht unsere geliebte Hängematte, die man leicht in der Tasche verstauen und anschließend an jedem Ort festmachen kann, der mindestens zwei Bäume besitzt. Besonders an gut besuchten Stränden eine Wohltat, wenn man etwas abseits im Schatten der Palmen in der Hängematte baumeln kann.

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Wasserschuhe sind wirklich „praktisch“, auch wenn ich eigentlich gar nicht zu den Menschen gehöre, die praktische Dinge mögen. Aber wenn man sich auf den Touren durch die Flüsse und Wasserfälle nicht die Füße aufreissen will, ein absolutes Muss!

Auch der Mietwagen zählt zu diesen Dingen. Man muss eben ein bisschen aufpassen bei den vielen Schlaglöchern und sich immer wieder daran erinnern, dass Linksverkehr herrscht, aber ansonsten einfach uneingeschränkt empfehlenswert. Man kann natürlich auch mit den diversen Route Taxis von einem Ort zum nächsten fahren, aber das ist 1. ziemlich kostspielig und 2. muss man sich in jamaikanischer Geduld üben, da diese erst losfahren, wenn sie voll sind.

Und zum Schluss: Wechselt euch auf jeden Fall Jamaica-Dollars am Flughafen! Der Umrechnungskurs ist wesentlich besser und man bekommt außerdem teilweise bessere Preise, wenn man nicht mit US-Dollar bezahlt.


Wenn ihr diese Dinge beachtet, steht der entspannten Jamaika-Reise nichts mehr im Wege! Die Insel ist allerdings nichts für Menschen, die eine gute Infrastruktur mit voll ausgebauten Straßen und 4-Sterne-Hotels brauchen, denn das ist nicht das typische Jamaika. Wenn ihr aber eine tropische Insel in der Karibik mit sehr freundlichen Menschen und wunderschöner Natur entdecken wollt, dann ist Jamaika genau das Richtige! Jah, mon!

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8 Kommentare Gib deinen ab

  1. Informativ geschrieben und interessanter Tourverlauf, wie lange wart ihr auf Jamaika? Übrigens Schwarz stand bis 1996 noch für die harten Entbehrungen der Bevölkerung. Seit 1996 steht Schwarz in der Nationalflagge Jamaikas für die Kreativität und die Stärke der Menschen Jamaikas. Krieg ich jetzt ’ne Kokosnuss? 😀 Gute Reise und Tek ker!

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    1. 5point8 sagt:

      Das ist eine 1 mit Sternchen 🙂 Kokosnuss kommt! Waren nur 10 Tage da, sonst wären wir noch in den Süden.

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      1. Aua, nicht werfen! Kokosnüsse sind hart! 10 Tage sind sehr knapp für die ganze Insel. Da werdet ihr wohl nochmal wiederkommen müssen 😉

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  2. PS: Du hast private Post.

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    1. 5point8 sagt:

      Danke 🙂

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