Oh wie schön ist Panama

Bereits Janoschs kleiner Bär und der kleine Tiger wussten Bescheid, also wird es höchste Zeit, einmal selbst herauszufinden, wie es in dem Land, das von oben bis unten nach Bananen riechen soll, so ist. Panama trennt den Pazifik vom Atlantik und besitzt den wohl bekanntesten Kanal der Welt. Was es noch alles zu sehen gibt, erfahrt ihr hier.

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Typisch Panamaisch!

Man findet heutzutage ja immer weniger Länder, die nicht schon von Touristen überschwemmt sind und zum Glück ist Panama eines davon. Der Name hat übrigens drei verschiedene Bedeutungen: zum einen heißt ein einheimischer Baum so, zum anderen meint man, dass es entweder Schmetterling oder Fisch im Überfluss heißt. Egal, für welche Bedeutung man sich entscheidet: jede der drei passt!

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Man findet hier fast überall authentische Küche anstatt Fast-Food-Standard, nur sehr wenige Straßenhändler, die überteuertes Kunsthandwerk verkaufen und an jeder Ecke ein freundliches Gesicht, das dich mit „Buenos“ begrüßt. Aber was ist eigentlich typisch für dieses kleine Land in Mittelamerika?

Hier sind meine Top 3, die den Panama Kanal, mit dem Panama sowieso immer assoziiert wird, bewusst auslassen:

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  1. Der Panama-Hut

Ha! Denkste! Dieser bekannte Hut heißt zwar so, kommt aber gar nicht aus Panama. Trotzdem kann man ihn in allen erdenklichen Farben und Formen erwerben. Praktisch zusammenrollbar passt er in jede noch so kleine Tasche und tatsächlich haben ihn auch viele Einheimische auf dem Kopf.

In Wahrheit liegt der Ursprung des „Jipijapas“ allerdings in Ecuador. Napoleon hat damals auf seiner Erkundungstour leider die beiden Länder verwechselt und dies ist ein Grund für die Namensgebung. Außerdem gilt Panama als zentrale Sammel- und Exportstelle für die USA und daher trugen alle Hüte, egal aus welchem Land sie tatsächlich stammten, den Zollstempel aus Panama. Zu guter Letzt hat ein früherer Präsident der Vereinigten Staaten dann bei einem Staatsbesuch auch noch besagte Kopfbedeckung getragen und damit war der Name dann schließlich gesetzt!

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2. Rum

Da es solch eine enorme Vielfalt an Rumsorten gibt, findet man sehr oft „Rum-Bars“, die ihre Karte mit leckeren Cocktails auf Rum-Basis füllen. Auf dieser Reise habe ich gelernt, dass Rum pur einfach am allerbesten schmeckt. Presse eine Limette aus, fülle das Glas mit Eis und darüber den berühmten Abuelo-Rum- einfach lecker!

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Auch typisch für lateinamerikanische Länder ist Mezcal, den man bei uns eher als Tequila kennt. Wahre Kenner schwören allerdings auf die Kaltpressung der Agavenpflanze, wozu ich allerdings nicht gehöre. Meiner Meinung nach schmeckt Mezcal wie verbrannte Holzkohle vom Grill. Ich „ertrage“ dieses Getränk nur schwach in einen Cocktail gemixt, wie es ihn zum Beispiel bei „Donde José“ gibt.

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In diesem kleinen unscheinbaren Restaurant gibt es panamaische Küche auf höchstem Niveau. Wenn man Glück hat (und etwas tiefer in die Tasche greift oder netterweise einen Gutschein hat), erwischt man einen Platz am ‚Chef’s Table‘, über dem ein großer Spiegel hängt, der es einem erlaubt, dem Koch beim Anrichten über die Schulter zu schauen. Außerdem bekommt man eine ausführliche Erklärung über die Zubereitung und Tradition des Gerichtes. Rauchig und scharf, diese beiden Geschmackselemente habe ich immer noch auf der Zunge. Absolut zu empfehlen!

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3. Bananen

Es gibt sie tatsächlich überall, allerdings in der Variante der Kochbananen und passenderweise ist das auch die einzige Art Bananen, die ich mag. Man kann diese ähnlich zubereiten wie Kartoffeln. In Panama werden sie am liebsten in Scheiben frittiert und ja, sie schmecken dann auch wirklich wie Pommes. Janosch hat also Recht: Panama riecht von oben bis unten nach Bananen!

Neben Kochbananen ist Reis eine beliebte Beilage, und Hühnchen sowie frisch gefangener Fisch ist in jedem Essen zu finden.

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Gestärkt mit diesen ersten Eindrücken können wir unsere Reise durch dieses wunderschöne kleine Land also beginnen!


Panama City

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Hier kommt man an, egal ob man von Deutschland oder Kalifornien anreist. Bereits beim Landeanflug im Flugzeug kann man erahnen, um was für eine pulsierende Stadt es sich hier handelt. Panama ist eines der weltgrößten Handelszentren, wird es durch den Panama-Kanal auch definitiv bleiben und jede große Bank hat mittlerweile hier einen Sitz. Und das Geld fließt, das sieht man. Allerdings bleibt es auch nur in Panama City selbst und wird wenig bis gar nicht an das restliche Land verteilt. Einen tollen Ausblick und das Gefühl, mittendrin zu sein, hat man im Hotel ‚Eurostars‚. Die 5 Sterne entsprechen in der Realität eher 3 und danach richtet sich zum Glück auch der Preis, also absolut erschwinglich. Je höher das Zimmer, desto besser die Aussicht und im 26. Stock schmeckt das Frühstück gleich noch viel besser.

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Casco Viejo

Im Viertel um das Hotel gibt es allerdings nicht so viel zu sehen, deshalb sollte man sich ein Taxi oder Uber für ungefähr 5 Dollar nehmen, um in den ursprünglichen Stadtkern Casco Viejo zu fahren. Generell würde ich eine Fahrt und keinen Spaziergang empfehlen, da das Viertel vor der historischen Altstadt von Armut geprägt ist. Arm und Reich prallen hier, wie in so vielen anderen großen Städten, direkt aufeinander. In der einen Straße findet man heruntergekommene Wellblechhüten und zugemüllte Ecken, auf der anderen Seite fangen schon die schön gepflasterten Plätze und grün angelegten Parks an, allerdings streng bewacht mit großer Polizeipräsenz.

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Einen Besuch wert ist dieses Viertel nicht nur aufgrund des Drehorts des James Bond Filmes ‚Ein Quantum Trost‘, sondern auch wegen dem Status als UNESCO Weltkulturerbe. Man sieht viel spanische und französische Architektur, stimmungsvolle Restaurants und Galerien. Nur unterbrochen durch einen Café oder ein Eis kann man hier viel Zeit damit verbringen, einfach durch die Straßen zu laufen und sich alles anzuschauen.

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Ein weiteres Highlight des Besuches in Casco Viejo ist der Ausblick auf die Skyline der Stadt, die nicht zu enden scheint. Schaut man zur anderen Seite, erblickt man das Miraflores-Dock des Panama-Kanals sowie die ‚Puente des las Américas‘, eine der größten Stahlbrücken der Welt.

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Isla Flamenco

Eine Straße führt aus Casco Viejo heraus, direkt übers Meer und endet auf der letzten der drei vorgelagerten Inseln von Panama City, der Isla Flamenco. Von hier aus fahren auch die Fähren auf die weiter im Atlantik gelegene Insel Taboga, die bei unserem Aufenthalt allerdings bereits ausgebucht waren. Also unbedingt vorher online reservieren, wenn man mit dem Gedanken spielt, die bunte Blumeninsel zu besuchen.

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Isla Flamenco an sich ist eine kleine Insel mit hübsch angelegten Spazierwegen und wiederum einem tollen Ausblick auf die Skyline der Stadt. Bei schönem Wetter, was in Panama City ja fast ausschließlich vorherrscht, kann man hier am Hafen schön in der Sonne sitzen und an- und ablegende Schiffe beobachten.

Panama Kanal

Natürlich darf das Wahrzeichen der Stadt bei einem Besuch nicht fehlen. Am besten erkundet man den Kanal nicht am Miraflores-Dock (außer, man ist begeisterter und studierter Wasserbauingenieur, wie wir einen kennenlernen durften! Man erfährt so einiges über die Funktionsweise des Kanals und kann beobachten, wie das Wasser abgelassen und wieder reingepumpt wird.). Stattdessen sollte man sich direkt in den Kanal begeben und das geht am besten mit einer geführten Tour. Zu empfehlen ist hier die Jungle Tour von ‚Barefoot Panama Tours‚, einem eco-friendly Unternehmen, die mit Einheimischen zusammen arbeiten und die Flora und Fauna achten.

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Von einer Anlegestelle am Kanal fährt man dann mit einem kleinen Motorboot aus Holz über das Wasser und sieht ab und zu ein paar riesige tonnenschwere Containerschiffe vorbeifahren, die für diese Überfahrt nicht selten bis zu 1 Millionen Dollar zahlen müssen. Außerdem sind hier viele Vögel und andere Tiere heimisch und alles erstrahlt in einem satten Grün. Irgendwann wird der eingeschlagene Wasserweg dann immer enger, man muss sich ducken und den Kopf einziehen und wenn man ihn wieder hebt, sieht man das legendäre floating Jungle House mitten im Kanal!

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Hier gibt es dann leckeren panamaischen Lunch und man kann sich ein paar Stunden in die Hängematte legen, schwimmen gehen, Stand Up Paddle Boarden oder auf eine Kayaktour mit den Guides gehen.

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Unsere letzte Kayaktour in den Everglades glich ja eher einer Nahtoderfahrung, die wir leider ein Jahr später immer noch nicht überwunden haben. Also entschieden wir uns für die entspannte Variante und konnten ein bisschen im angenehm warmen und vor allem nicht salzigen Wasser planschen und paddeln.

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San Blas | Guna Yala

DER Geheimtipp schlechthin, welcher auf keiner Panamareise fehlen darf: Ein mehrtägiger Aufenthalt auf den San Blas Inseln, auch ‚das Land der Guna Yala‘ genannt. So heißen die Einheimischen und Ureinwohner Panamas, die in diesem autonomen Land regieren. Ähnlich wie die Aborigines in Australien sind die Menschen hier stolz auf ihre Kultur und freuen sich, diese mehr und mehr für die Außenwelt zu öffnen. Alle Touren auf diese Inselgruppe von über hundert kleinen einsamen Inseln werden ausschließlich von Einheimischen organisiert und geführt. Im Gespräch mit den immer sehr farbenfroh gekleideten Menschen erfährt man viel über die Entstehung des Landes und spürt die Freude, mit der sie ihre Geschichte weitergeben.

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Man kann Touren meist direkt im Hotel in Panama City buchen, allerdings würde ich von einer Tagestour abraten, da hier Aufwand und Ertrag in keinem Verhältnis stehen. Wir wollten Abenteuer und haben uns deshalb dazu entschlossen, ganze drei Tage auf einer Insel zu übernachten, um so möglichst viel von einem der, meiner Meinung nach,  schönsten Plätze der Erde aufzusaugen.

Bei der Tour, die von ‚San Blas Dreams‚ durchgeführt wird, wird man sehr, sehr früh am Morgen direkt am Hotel in Panama City abgeholt und fährt dann mit einem Auto mit Allradantrieb, was aufgrund der bergigen und löchrigen Straßen zu empfehlen ist, einmal quer durchs Land. Das dauert ungefähr drei Stunden und ist nichts für schwache Mägen. Danach gibt es noch eine kurze Bootsfahrt vorbei an den ersten Inseln, die einen schon erahnen lassen, was für schöne Tage einem bevorstehen.

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Es gibt private Hütten oder auch gemischte Schlafdorms auf der Isla Diablo, die wir besucht haben. Die privaten Bungalows kosten natürlich einen kleinen Aufpreis, der sich aber jeder leisten sollte, der nicht darauf steht, nachts beim Umdrehen die Hand des fremden Nebenschläfers im Gesicht zu haben. Bungalow ist hier aber fast schon zu viel gesagt, da es sich eher um einfache Holzhütten mit Wellblechdach handelt, die direkt auf den Sand am Strand gestellt wurden. Den fehlenden Komfort macht die Aussicht und das Gefühl, tatsächlich auf einer einsamen Insel zu sein, mehr als wett. Abends mit dem Geräusch der heranrauschenden Wellen einzuschlafen und morgens von der aufgehenden Sonne wachgekitzelt zu werden, ist einfach unbezahlbar. Wer jetzt auch ein bisschen Urlaubsfeeling haben möchte, schaut einfach dieses kurze ungefilterte Video an:

Man kann jeden Tag aufs Neue entscheiden, ob man mit einem Holzboot zu anderen Inseln fahren, den natürlichen Pool in der Mitte des karibischen Meeres erkunden oder bunte Fische und Korallen beim Schnorcheln beobachten möchte. Man kann den Tag aber auch sehr gut mit einer frischen Kokosnuss und einem guten Buch unter der Palme direkt vor der Hütte verbringen.

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Zum Abschluss der Reise auf die San Blas Inseln gibt es noch ein kleines Rätsel: Nach unserer letzten Nacht in der Traumhütte am Strand fanden sich folgende Spuren auf dem Boden im Sand:

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Frage: Welches Tier hat uns nachts besucht?

Antworten bitte in die Kommentarspalte am Ende des Beitrags. Der Gewinner darf einen tollen Preis erwarten! 🙂


Bocas del Toro

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Auch im karibischen Meer, aber das komplette Komfortgegenteil haben wir uns bei der Inselgruppe um Bocas del Toro im Nordwesten von Panama geleistet. Man kommt hierher mit einem Nachtbus von Panama City oder stressfreier mit einem einstündigen Flug und einer kurzen Fahrt mit dem Wassertaxi. Diesmal gab es aber keine einfachen Hütten im Sand, sondern luxuriöse Bungalows auf dem Wasser. Man gönnt sich ja sonst nichts! Die Erwartungen in der ‚Eclypse de Mar Acqua Lodge‚ auf der Insel Bastimentos werden auf jeden Fall nicht enttäuscht.

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Es handelt sich hierbei um eine kleine Anlage mit fünf Bungalows auf dem Wasser und ein paar Zimmern im Haupthaus. Es gibt ein angeschlossenes Restaurant, in das abends auch viele Leute von außerhalb mit dem Wassertaxi ankommen, aber am allerbesten schmeckt das Essen doch einfach im eigenen Bett. Was kann bei dieser Aussicht noch schiefgehen?

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Direkt hinter dem Hotel fängt der Dschungel an. Man kann über einen kleinen Wanderweg einmal bis zur anderen Seite zum Red Frog Beach laufen, allerdings nur, wenn es gerade nicht regnet. Denn ansonsten ist der Weg einfach nur Matsch. Auf dem Weg kommt man bei einer Kakaoplantage vorbei, in der man die selbst gemachte Schokolade auch direkt probieren kann.

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Außerdem stehen überall Hinweisschilder mit den Tieren, die einem begegnen können. Unter anderem Faultiere, Affen, Schlangen und auch die Bananenspinne, die sich am allerwohlsten in Bananenstauden fühlt. Noch ein Grund, lieber auf dieses Obst zu verzichten! Dass diese Spinne hochgiftig ist, muss ich an dieser Stelle nicht extra erwähnen.

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Auch auf dieser Inselgruppe kann man verschiedene, recht günstige Touren buchen, mit denen man dann von Insel zu Insel gefahren wird, viele Tiere beobachten und an weißen Sandstränden entspannen kann. Mittagessen mit frisch gefangenem Fisch ist inklusive, genau wie die Schnorchelausrüstung, mit der man die Seesterne von Nahem betrachten kann.

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Travel itinerary

So viel kann man also Erleben auf einer 10tägigen Panama Rundreise. Man kann alles sehr gut selbst planen und fühlt sich sicher. Die Menschen dort helfen einem gerne weiter und wenn man dann noch ein paar Brocken Spanisch kann, steht dem perfekten Urlaubserlebnis nichts mehr im Wege. Unsere Ausgangsbasis war Panama City und von dort aus sind wir alle weiteren Stopps angefahren bzw. angeflogen.

  • Tag 1-3     Panama City
  • Tag 3-5     San Blas Inseln | Guna Yala
  • Tag 5-6     Panama City
  • Tag 6-9     Bocas del Toro
  • Tag 9-10   Panama City

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„O Bär“, sagte der Tiger, „ist das Leben nicht unheimlich schön, sag!“ „Ja“, sagte der kleine Bär, „ganz unheimlich und schön.“

(Janosch, Oh wie schön ist Panama)

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4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Anna sagt:

    Einsiedlerkrebse? 🙂

    Gefällt 1 Person

    1. 5point8 sagt:

      Anna, 100 Punkte! Preis kommt beim nächsten Deutschlandbesuch- kannst dich schon am freuen 🙂

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  2. Stefanie sagt:

    Ein Leguan 😊

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  3. bayersabine sagt:

    Wow, tolle Route, tolle Fotos, tolle Beschreibungen! Lust zum Nach-Reisen ist da!!! Danke für den wunderbaren Bericht!

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