‚Keep Austin weird‘

… so der Slogan der Stadt. Und dem kann ich nach meinem verlängerten Wochenende in der studentisch geprägten Hauptstadt von Texas nur zustimmen: überall künstlerische Graffiti, Menschen, die mitten auf der Straße einen Handstand machen, leckere Foodtrucks, Cowboystiefel und -hüte, und gefühlte tausend bunte Pubs- alles ein bisschen verrückt eben!

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Vom Silicon Valley rauf auf die Silicon Hills, wie die Landeshauptstadt von Texas aufgrund der ähnlichen Häufung an großen Arbeitgebern wie Facebook, Google und Apple auch gerne genannt wird. Die junge und dynamische Stadt ist sehr überschaubar, hat unter einer Millionen Einwohner und ist wie San Francisco eher luftig bebaut. Die Straßen, auf denen etwas los ist (6th Street für die Jüngeren mit vielen Musikkneipen und 4th für die etwas ältere Generation- wobei ich jetzt nicht sagen kann, wozu ich zähle) liegen fußläufig beieinander, was für eine amerikanische Großstadt eine echte Besonderheit ist. Sie nennt sich aufgrund der vielen Kneipen außerdem auch noch die „Live Music Capital of the World“ und wenn man einmal durch diese Straßen geschlendert ist, kann man das definitiv bezeugen- aus jeder offenen Türe hört man einen anderen Musiker gröhlen!


Where to stay

Wäre ‚The Guild East 6th‚ ein paar Blocks weiter im Zentrum, so wäre es die perfekte Unterkunft. So ist sie immerhin noch sehr, sehr gut: man wohnt in einer Art Apartment, könnte sich selbst verpflegen (was man bei den zahlreichen tollen Restaurants aber nicht muss), hat ein riesengroßes bequemes Bett und eine moderne Einrichtung in einem Hotel, das sich selbst als hip bezeichnet. Bis nach Downtown läuft man circa zwanzig Minuten, was aber einer schöner Spaziergang durch die verschiedenen Viertel Austins ist. Und das sage ich, obwohl ich bekennende „Wenn es kein Ziel hat, laufe ich nicht“-Antispaziergängerin bin.

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Ein weiteres Highlight der Unterkunft: die Roof Top Terrace mit atemberaubender Aussicht. Auch der Pool kann sich sehen lassen, aber um solche Dinge besser nutzen zu können, sollte man im Sommer nochmal herkommen. Mitte Juli bis Mitte August ist außerdem die beste Zeit, um die größte Fledermauskolonie, die in einer der Brücken von Austin lebt, zu bestaunen.

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Where to eat

Auf diesen Solo-Städtetrip habe ich mich ganz besonders gut vorbereitet und zahlreiche Blogs, insbesondere Foodblogs nach Insidertipps durchforstet. Aus diesen secret picks habe ich mir eine Liste mit Dingen angelegt, die ich gerne sehen, machen oder schmecken möchte. So bin ich auch zu ‚Clark’s Oyster Bar‚ gekommen, einem schicken kleinen Restaurant oder eher einer Bar mit frischen Austern.

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Ein weiterer Punkt auf der Liste war das Restaurant ‚Alcomar‚, auch hier wieder wegen den frischen Meeresfrüchten und dem schönen Ambiente.

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Zur Happy Hour sollte man sich unbedingt einen ‚Crab & Guac‘- Teller bestellen oder auch hier leckere Austern. Dazu passt ein Margarita ganz hervorragend, ganz egal, um welche Tageszeit es sich handelt! Direkt nebenan befindet sich übrigens das berühmte Postcardsign (Titelbild).


What to do

State Capitol Building

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Kein Weg führt am berühmten Gebäude der Hauptstadt vorbei, das inmitten der Innenstadt steht und sogar noch größer ist als das Kapitol in Washington (wenn auch nur sieben Meter). Der Nationalstolz der Amerikaner hat mich allerdings nicht gepackt, deshalb hab ich mir das Gebäude nur von außen angeschaut, was auch schon sehr beeindruckend war. Seinerzeit war es das größte Haus der Stadt, doch jetzt sucht man es zwischen den wesentlich höheren Hotels und Firmengebäuden vergeblich. Es hat allerdings nichts von seiner Pracht eingebüßt und der dazugehörige Park lädt zum Verweilen ein.

Hope Outdoor Gallery

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Spraydose in die Hand und los geht’s: Am nordwestlichen Ende von Downtown Austin gibt es einen Platz, an dem alle Gemäuer, die dort stehen, übersäht sind mit Graffitis. Grasrauchende Sprayer verkaufen überteuerte Spraydosen an alle Touristen, die sich dort auch mal verewigen wollen. Und so ist mit der Zeit die Hope Outdoor Gallery entstanden, die sich auf insgesamt drei Ebenen befindet. Steigt man bis ganz nach oben hinauf, hat man außerdem eine traumhafte Aussicht über die ganze Stadt.

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Bootstour auf dem Lady Bird Lake

Auf einem elektrobetriebenen Boot kann man sich schön auf dem See, von dem ich am Anfang dachte, es sei ein Fluß, treiben lassen. Leider kann man darin nicht schwimmen, stattdessen aber Kajak oder auf dem Stand Up Paddle Board fahren. Auf der Tour, die gerade mal 10$ kostet, lernt man einiges über die Geschichte Austin und sieht, wenn man zur richtigen Jahreszeit da ist, auch abertausende Fledermäuse, die sowas wie das Maskottchen der Stadt sind.

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SoCo | Auditorium Shores

DSC05155Der Lady Bird Lake trennt Downton Austin vom sogenannten Stadtteil ‚SoCo‘, was sich vom Namen der South Congress Avenue ableitet. Auf dieser Straße sind all die Studenten der Stadt, zahlreiche Bars und Restaurants und tolle, kleine Local Shops, an denen ich leider so gar nicht vorbeilaufen kann. Dank der Beschränkung auf Handgepäck hat sich die Beute zum Glück in Grenzen gehalten.

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Am Ende dieser Straße befindet sich der Auditorium Shores- Park, der sich hervorragend zum Joggen und Biken eignet. Oder man setzt sich einfach ein paar Minuten auf die Bank, genießt das schöne Wetter, den strahlenden Sonnenschein und die wunderschöne Sicht auf die Skyline von Austin.

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In diesem Park befindet sich auch eine Statue von Stevie Ray Vaughan, einem berühmten Musiker, für dessen Ära ich wohl ein bisschen zu jung bin. Er hat die Live-Musik-Szene in Austin stark geprägt und seine berühmtesten Hits sind ‚Change it‘ oder ‚Pride and Joy‘ (wer kennt sie nicht?!).


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Normalerweise mag ich Städtereisen lieber, wenn sie im Sommer sind, da man dann den Glanz der Stadt mehr sehen und spüren kann. In Texas klettern die Temperaturen im Sommer allerdings regelmäßig auf über 40 Grad, sodass sich hierher auch ein Trip im Winter lohnt. Wenn Petrus es dann noch so gut mit einem meint wie an diesem Wochenende, hat man das Sommerfeeling auch in der kalten Jahreszeit.

Das war sie also, meine erste Texas- Erfahrung. Ich bin positiv überrascht! Austin ist eine tolle Stadt. Alle Menschen, die mir begegnet sind, waren super freundlich und haben mir das Gefühl gegeben, willkommen zu sein. Danke dafür und Howdy, Texas!

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