Antelope Canyon

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Der dritte Teil des Roadtrips führt uns zum Antelope Canyon. Dieser ist eine ungefähr dreistündige Autofahrt vom Bryce Canyon entfernt und liefert einen ganz besonderen Einblick in einen Canyon.

Map

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Sowohl der Upper (B), als auch der Lower Antelope Canyon (C) befinden sich ungefähr 10 Minuten in östlicher Richtung von Page (A) entfernt.

Warum heißen diese Canyons eigentlich Antelope Canyon, wo es hier doch einige  beeindruckende Felsspalten, aber keine einzige Antilope gibt?

– Als die Canyons entdeckt wurden, waren diese das Zuhause von Gabelhornantilopen, die heute allerdings nicht mehr hier vorkommen. Die Navajos, denen das Land gehört, nennen den Canyon übrigens nicht wie wir, sondern nutzen die Bezeichnung ‘Tsé bighánílíní’ für den Upper Canyon, was soviel bedeutet wie ‚der Ort, an dem das Wasser durch die Felsen fließt‘, und das Wort ‘Hasdestwazí’ für den Lower Canyon, was übersetzt ‚Spiralgestein‘ heißt.


Facts

IMG_5540Der Antelope Canyon liegt auf dem Navajo Reservoire, einem Stamm von Native Americans (O-Ton Tourguide: „We are not Indians, we are Native Americans. If you wanna see Indians, you need to go to India- it’s that easy!“) und wurde offiziell erst im Jahre 1990 entdeckt. Man munkelt, dass es bereits zuvor ein beliebter Platz für Lagerfeuer, Parties und mehr unter den Einheimischen gewesen sei, doch das war zu wenig offiziell, weshalb man irgendwann beschloss, dieses Naturwunder der Öffentlichkeit preiszugeben.

Für die Entstehung waren vier Faktoren notwendig: Wasser – Wind – Erosion – Zeit. Auf den Fotos ist sehr gut zu erkennen, wie die Natur im Laufe der Zeit die Canyons erschaffen hat: trifft Wasser auf einen sandigen Untergrund, sickert es durch und verhärtet sich unter der Oberfläche zu festem, felsigen Gestein. Durch die Plattenbewegungen entstehen feine Risse in diesen Felsen, die wiederum durch strömende Wasserfluten unterspült und somit immer größer werden und sich auch immer weiter in die Tiefe vorarbeiten. Der heutige Antelope Canyon wird in ein paar Jahrhunderten also viel breiter und auch viel tiefer sein als jetzt.

Diese Fluten kommen in der Monsunzeit sehr unvorhergesehen: es kann ein sonniger Tag vorausgesagt werden und 15 Minuten später regnet es auf einmal in Strömen, sodass man innerhalb kürzester Zeit den Canyon verlassen muss, da man sonst den Fluten zum Opfer fällt.

Der Antelope Canyon ist in den Upper und den Lower Canyon unterteilt. Der Upper Canyon befindet sich an der Oberfläche und ist für seine Panoramafotos mit einfallenden Lichtkegeln bekannt, während man zum Lower Canyon eine steile Treppe hinabsteigen muss, um ins Innere zu gelangen.


Hikes

Früher konnte man den Antelope Canyon alleine besuchen, doch heute muss man vorher eine geführte Tour bei einer doch überschaubaren Anzahl an Anbietern buchen, die erfreulicherweise alle in Navajo-Hand sind.

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Lower Antelope Canyon

Beim Lower Canyon, auch „The Corkscrew“ genannt, gibt es zwei Anbieter, einer davon Ken’s Tours, bei dem eine geführte einstündige Tour 25 Dollar pro Person plus die Eintrittsgebühr von 8 Dollar kostet. Der benachbarte Anbieter ist die Schwester von Ken und sie liefern sich wöchentlich einen Kampf um die besten Bewertungen auf TripAdvisor. Man kann die Touren bequem online reservieren, was man in der Hochsaison auch auf jeden Fall tun sollte. Warteschlangen von zwei bis drei Stunden sind aber auch dann nicht zu vermeiden.

Wir haben die letzte Tour des Tages gegen vier Uhr Nachmittag gebucht und hatten das große Glück, dass sich unser Guide mit allem sehr viel Zeit gelassen und alles in ausführlichster Weise erklärt hat. Er hat die besten Fotospots gezeigt, meist selbst den Auslöser gedrückt und uns viele Fakten über die Entstehung des Canyons geliefert.

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Unter anderem hat er uns viele Figuren gezeigt, die man in den Felsformationen erkennen kann. Teilweise mit viel Fantasie (einen lachenden Hai oder einen Indianerhäuptling), aber teilweise direkt auf den ersten Blick. So wurde uns auch die berühmte „Lady in the wind“ gezeigt, deren Foto einst für mehrere Millionen Dollar verkauft wurde. Hier ist es for free und mindestens genauso gut:

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Upper Antelope Canyon

IMG_5172Beim Upper Antelope Canyon, auch „The Crack“ genannt, gibt es zwei verschiedene Arten von Touren: einmal die geführte, circa 90-100minütige Tour für Normalsterbliche und zum anderen die 160minütige Fotografentour von ‚Antelope Canyon Tours‚, auf der professionelle Kameras sowie Stative und Wechselobjektive Pflicht sind und man von den „Normalos“ mit großen Augen und Ehrfurcht angeschaut wird. Wir waren unglaublicherweise Part der zweiten Tour für schlappe 100 Dollar pro Person und kamen uns zwischen den alten Herren mit Taschen voller Kameraaccessoires anfangs ziemlich doof vor. Ok, eigentlich auch dazwischen und ehrlicherweise auch am Ende. Allein die Bedienung des Statives brachte uns an unsere Grenzen, bis wir irgendwann einfach das Handtuch geworfen und die Fotos auf unsere eigene Art – mit gar nicht mal so schlechtem Ergebnis- gemacht haben. Ich würde trotz unsere Laienstatus‘ jederzeit wieder diese Tour buchen, da die Guides hier wirklich darauf achten, dass man die Canyons ohne eine Menschenseele fotografieren und auch einfach mal dastehen und die besondere Atmosphäre in sich aufnehmen kann. Außerdem sind diese Trips nicht so ausgebucht wie die anderen Touren, sodass man nicht in einer Kolonne von 10-15 Personen durch den Canyon geschleust wird, sondern sich nett mit 3-4 anderen Teilnehmern austauschen kann.

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Auch hier hatten wir wieder sehr viel Glück mit unserem Tourguide. Sie hat von Kollegen von einem anderen Canyon gehört, in dem sich bisher nur wenige Menschen verirrt hatten und sie wollte das mit uns ausprobieren. Dazu musste man „nur“ einen „kleinen“ Berg erklimmen und auf der anderen Seite war dann schon das Canyon-Fotografen-Paradies! Die Felswände waren hier nicht ganz so eng wie auf der anderen Seite, aber eben menschenleer und auf eine ganz besondere Weise magisch.

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Lodging

Jeder, der in der Stadt Page unterkommt, hat eine Tour im Antelope Canyon gebucht. Nur deshalb ist diese Stadt vor ein paar Jahrzehnten entstanden und es hat sich immerhin eine große Supermarktkette eingenistet. Diese finden man auf der Canyontour eher selten, sodass man hier ale Vorräte wieder auffüllen sollte.

Wir sind im La Quinta Inn & Suites untergekommen, in dem wir auch bereits beim Zion National Park waren und so hat es sich fast so angefühlt, wie nach Hause zu kommen. Das Hotel liegt perfekt zum Antelope Canyon, aber auch zum Glen Canyon und dem Lake Powell und hat einen gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

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Der Antelope Canyon war für mich bereits vor der Tour das heimliche Highlight und ich wurde nicht enttäuscht. Natürlich ist es sehr touristisch und wenn man nicht gerade auf der längeren Fotografentour ist, auf der alle anderen Menschen aus dem Weg geschoben werden, wird man wirklich durch den Canyon durchgekarrt. Aber es ist wirklich wunderschön hier und man muss es einmal gesehen haben!

Wenn man sich ein Mal die Eintrittsgebühr von 8 Dollar pro Person sparen möchte, sollte man beide Canyons an einem Tag besuchen. Das geht sehr gut und ist nicht zu anstrengend, weil man hier nicht lange wandert, sondern einfach durch den ungefähr eine Meile langen Canyon läuft und dabei Fotos macht. Wir hatten die Fotografentour im Upper Canyon von 11:30 – 14:00 Uhr gebucht und sind danach um 15:30 Uhr auf die Tour im Lower Canyon aufgebrochen. Je nach Anbieter fährt man selbst mit dem Auto zum Eingang oder stellt das Auto bei deren Office ab und wird mit speziellen Trucks über die sandigen Wege im Canyon gefahren.

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