Santa Barbara

Bereits Charlie Chaplin hat das Potential dieser kleinen Küstenstadt in Zentralkalifornien erkannt: es ist das ‚perfect little weekend getaway‘! Keine große Skyline versperrt hier die Sicht, stattdessen findet man an jeder Ecke Bauten im mediterranen Stil und fühlt sich wie am Mittelmeer- kein Wunder also, dass Santa Barbara auch „die Riviera von Amerika“ genannt wird. Es ist der Luxuswohnort der Reichen und der ‚früher mal Schönen und Bekannten‘, so wohnen zum Beispiel Kirk Douglas oder Oprah Winfrey dort. Ich kann es verstehen, denn man fühlt sich wie im Urlaub, auch wenn es nicht wirklich typisch amerikanisch ist.

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Getting there

Je nach Verkehr und gewähltem Datum kann es doch ganz schön lange dauern, nach Santa Barbara zu kommen. Vom Herzen des Silicon Valley sind es circa 500 km und man benötigt ungefähr fünf bis sechs Stunden für die Strecke.

Eigentlich führt der malerische Highway 1, der direkt an der Küste entlanggeht, dorthin, doch leider ist dieser an vielen Stellen aufgrund von Erdrutschen, die durch die schlimmen Regenfälle im letzten Winter hervorgerufen wurden, nicht mehr befahrbar. Unter anderem die legendäre Brücke zwischen Monterey und Big Sur ist so stark beschädigt, dass sie neu gebaut werden muss.

Don’t miss that!

Auf dem Weg nach Santa Barbara gibt es ein besonders Highlight, ein wahres ‚hidden gem‘: den Gaviota State Park. Man liest nirgends davon, ein Hinweisschild gibt es auch nicht und doch ist es einen Abstecher wert! Man nimmt die Ausfahrt 132, die nach Lompoc/ Vandenberg AFB führt, biegt dann rechts auf einen befestigten Feldweg ab und landet schließlich auf einem kleinen Parkplatz, der das erste Mal verrät, wo man sich befindet. Es handelt sich um einen der vielen California State Parks, der einige Wanderwege mit tollen Aussichten sowohl aufs Meer, als auch ins Landesinnere bereithält. Diese sind zwischen 2 und 3.5 Meilen lang (ca. 4 Stunden), doch da das Thermometer an unserem Wochenende die 40 Grad-Marke geknackt hatte, haben wir uns für den kürzesten Trail entschieden, der zu versteckten Hot Springs führt.

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Der Weg ist zwar kurz, aber dafür erklimmt man knapp 400 Höhenmeter, bevor man schließlich ankommt an den heißen Quellen, die allerdings eher körperwarm als heiß sind. Dorthin verirrt sich fast niemand, doch man erkennt sie bereits von Weitem an ihrem doch stark schwefeligen Geruch.

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>>Kleiner Exkurs: Wie entstehen eigentlich heiße Quellen?, habe ich mich auf der Wanderung dorthin gefragt. Zum Glück hatte ich eine Geographin dabei, die mir da weiterhelfen konnte: Generell treten Thermalquellen in Bereichen mit erhöhter vulkanischer Aktivität auf und genau dafür ist Kalifornien ja bekannt. Das Wasser wird so unterirdisch erhitzt und beim Austritt treten meist verschiedene Gase wie zum Beispiel Schwefel aus. Wenn das Wasser, wie in unserem Fall, nur warm anstatt heiß ist, hat sich das Wasser im Untergrund mit kühlerem, vom Niederschlag beeinflussten Grundwasser vermischt. Exkurs Ende!<<


Where to stay

DSC03341Wir sind im Franciscan Inn untergekommen, was ich mit gutem Gewissen weiterempfehlen kann. Es hat kostenlose Parkplätze, Frühstück inklusive und es gibt sogar einen kleinen Pool. Die Zimmer sind sehr geräumig und das Hotel hat ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Außerdem ist die Lage nahezu perfekt: In Laufnähe sowohl zur Flaniermeile, als auch zum Strand und zum Pier- was will man mehr?


Hungry?

Grab some lunch

Etwa auf der Hälfte der bekannten State Street befindet sich die Benchmark eatery, die dazu eingeladen hat, es sich dort zum Mittagessen gemütlich zu machen, da dies eines der wenigen Restaurants ist, die einen Außenbereich haben. Ich mag es nicht besonders, mich in die Innenbereiche zu begeben, da es dort meistens so heruntergekühlt ist, dass man sich nicht wie in Kalifornien, sondern wie in der Antarktis fühlt.

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Die Preise sind auch in Ordnung und ich kann sowohl die Fischtacos, als auch die vegetarische Pasta mit frischen Tomaten und Käse empfehlen.

Dinner at the pier

Der perfekte Spot für ein Abendessen mit Aussicht in Santa Barbara. Longboard’s Grill befindet sich ziemlich am Ende der Pier und man muss nicht reservieren, sondern geht einfach die Stufen hoch, die zur Terrasse führen, und schaut, ob ein Platz frei ist. Absolutes ‚must-eat‘ ist der Macadamia Mudpie, der an ein riesiges Stück aus einer Eistorte mit Schokosoße erinnert und einfach fabelhaft schmeckt. Wir haben ihn uns zu viert geteilt, also bloß nicht übermütig werden!

Longboards Grill

Wer weniger Lust auf ein richtiges Abendessen hat, sondern eher etwas auf die Hand möchte, dem kann ich die Santa Barbara Shellfish Company ganz am Ende der Pier empfehlen. Ursprünglich war es einfach ein Verkaufsstand für frische Schalentiere, doch es hat sich seit Eröffnung in den 80er Jahren zu einer wahren Institution in Santa Barbara etabliert.

Ich habe es selbst nicht ausprobiert, aber die endlos langen Schlangen an den Eingangstoren sprechen für sich. Es gibt ein paar wenige Sitzplätze innen, dafür aber einen großen biergartenähnlichen Außensitzbereich. Sie sind dafür bekannt, fangfrische Krabben, Krebse und Langusten lecker zuzubereiten. Man sieht die noch lebendigen Tieren in der einen Minute noch im Aquarium herumschwimmen und am nächsten Fenster werden sie auf Tellern wieder herausgereicht. Bloß nicht zu viele Gedanken darüber machen, sondern den frischen Geschmack der Meerestiere genießen (ich hoffe, ich ziehe jetzt nicht den Zorn aller Vegetarier auf mich!).

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For (German) Sunday Brunch

Obwohl bei unserer Unterkunft auch Frühstück inklusive war, haben wir uns entschieden, einmal in die Bäckerei D’Angelos Bread zu gehen, die so ein reichhaltiges Warenangebot hatte, dass wir einfach nicht daran vorbeilaufen konnten.

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Es war fast wie Frühstück daheim: endlich mal kein weiches, süßes, amerikanisches Weißbrot, sondern französisches Baguette oder dunkles Körnerbrot. Dazu ein Stück Butter und Marmelade und der Tag kann beginnen!

Fig snacks

Unnützes Wissen: Santa Barbara ist zufällig auch die Heimat des größten Feigenbaumes der USA. Wenn man Glück hat und die Früchte gerade reif sind, kann man auch hier eine kleine Pause machen und ein bisschen was naschen. Der Baum steht direkt hinter dem Bahnhof und wirkt trotz seiner immensen Größe etwas unscheinbar und nur wenige Menschen verirren sich hierher.

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Shop State Street

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Die State Street ist der Kern von Santa Barbara: es ist eine ungefähr eine Meile lange Straße, die von der Pier einmal quer durch die Stadt führt. Man sollte auf jeden Fall einen dicken Geldbeutel einpacken, da sich hier ein Geschäft ans nächste reiht, (leider) auch sehr, sehr gute, immer wieder unterbrochen von kleineren Cafés oder Imbissbuden. Auch schöne, alte Kinosäle im Theaterstil finden sich hier wieder.

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The Pier

Die beste Zeit, um am Pier entlangzuschlendern, ist zu Beginn der Dämmerung. So hat man sowohl die Sicht bei Tageslicht, als auch bei Nacht. Man kann sich auch ein Fahrrad oder Inline Skates mieten und damit auf dem befestigten Weg direkt am Strand entlangfahren.

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Und wenn es langsam dunkler wird und immer mehr Lichter angehen, dann ändert sich auch die Stimmung und es wird magisch. Die Lichter am Stadtrand spiegeln sich im kobaltblauen Wasser, Straßemusiker spielen romantische Lieder und Angler setzen sich in Position- man könnte einfach stundenlang hier sitzen und dem zu Ende gehenden Tag zuschauen.

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Hit the beach

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Pack einen Picknickkorb mit leckeren Sachen und begib dich an einen der vielen Strände vor Santa Barbara. Da wir nur ein Wochenende Zeit hatten, konnten wir nur einen davon besuchen, den Strand am Shoreline Park. Leider wurden   sehr viele braune Algen angespült, deshalb war es kein großes Vergnügen hier zu baden. Das Wasser war aber ganz angenehm und es war trotz des langen Wochenendes nicht zu überlaufen.

Es gibt außerdem noch einen Strand direkt am Pier und den Chase-Palm-Park, durch den auch ein kleiner Fluss fließt. Noch etwas weiter östlich findet man schließlich noch den Butterfly Beach, der auch immer zahlreiche Besucher anlockt.

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Visit the Mission

Die Old Mission von Santa Barbara wurde im Jahre 1768 als zehnte von 21 Missionen von den spanischen Franziskanern gegründet. Mehr als 200 Jahre später ist sie immer noch ein bekanntes Wahrzeichen und wird mit ihren strahlenden Farben und aufgrund ihres erhabeneren Standortes am Ende der Stadt nicht umsonst „Queen of the Missions“ genannt.

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Dort befindet sich eine Kirche, ein Mausoleum, ein Friedhof, das typische Museum mit Giftshop sowie ein riesengroßer Garten. All dies kann man allerdings nur gegen einen Eintritt von 9 Dollar pro Person besichtigen.


Getting around

In naher Umgebung liegen die Städte San Louis Obispo und Pismo Beach, sowie Oceano, über die man hier gesondert etwas nachlesen kann.

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Wir haben diesmal Halt in Solvang gemacht, was -genau wie Santa Barbara- mit dem typischen Amerika recht wenig zu tun hat. Man fühlt sich wie mitten in Norwegen, wenn auch ein wenig künstlich nachgebaut. Man kann hier durch Souvenirläden schlendern oder norwegische Spezialitäten, meist süßes Gebäck, verspeisen. Vielmehr gibt es dort dann aber auch nicht zu sehen. Wenn man aber schnell man in ein anderes Land hüpfen will, sollte man hier vorbei.


Das war es also, das Wochenende in Santa Barbara. Viel mehr kann man in der Stadt selbst nicht machen, aber die Umgebung lädt zu weiteren Touren ein: so liegt beispielsweise vor der Küste die Inselformation „Channel Islands“, allerdings muss man für die Überfahrt unbedingt im Voraus reservieren (http://islandpackers.com). Dort kann man dann hiken, schwimmen und kayaken und falls man keine Fähre mehr für die Rückfahrt ergattert, kann man auch dort campen. Vielleicht beim nächsten Mal…

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