Bali, Lombok und die Gilis

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Eigentlich war diese Reise, die nun schon mehr als ein Jahr zurück liegt, als weiteres Solo-Reiseabenteuer geplant. Aber als die Idee immer mehr Form angenommen hat und die Pläne immer konkreter wurden, kamen auch immer mehr ‚Interessenten’ dazu. Und so kam es dann, dass ich Teile dieser Reise mit lieben Menschen verbringen durfte. Und so schön alleine reisen auch ist, so schön ist es auch, diese Erfahrungen mit anderen Menschen zu teilen.

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Ich hatte das Glück, mit Menschen zu reisen, die genauso ticken wie ich, genauso yogaverrückt sind bzw. eigentlich noch viel verrückter, genauso entspannt und spontan reisen wie ich.

Spontan hat es sich dann auch ergeben, dass sich diese Reise nach Indonesien zu einer Art Yogareise entwickelt hat. An jedem neuen Ort haben wir eine neue Yogaschule entdeckt und einen anderen Flow erlebt. Für diejenigen, die also auch nach innerer Entspannung auf Reisen suchen oder es vielleicht zum ersten Mal ausprobieren möchten, gibt es ein zusätzlich ein paar Empfehlungen dazu. Außerdem tauche ich leidenschaftlich gerne, sodass auch hierfür interessante Spots herausgehoben werden. Die Tauchgänge kamen aber leider insgesamt etwas zu kurz.


Canggu

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Die ersten fünf Tage standen voll unter dem Motto ‚Yoga’. Dazu haben wir uns für 350.000 IDR pro Nacht im ‚Ocean Blue Room’ im ‚Serenity Eco Guesthouse’ eingebucht, in dem es einen ganzen Stundenplan voller Yogakurse gibt. Und das Beste: sie sind alle im Übernachtungspreis inklusive.

Wir hatten ein schönes Doppelzimmer mit kleiner Dachterrasse, von der aus man in der Ferne das Meer sehen konnte. So kann die Reise beginnen! Wenn wir gerade nicht Yoga gemacht haben, haben wir uns nette Massagen gegönnt, sind mit dem Roller ein bisschen durch die Gegend geheizt oder waren am sehr ruhigen Strand oder am Pool im Guesthouse gelegen. Völlige Entschleunigung also, um aus dem kalten Winter in Deutschland und dem Arbeitsalltag zu entkommen.

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Eine Sehenswürdigkeit in der Nähe von Canggu ist der Wassertempel ‚Tanah Lot’, den man allerdings nur bei Ebbe erreichen kann. Man fährt dort circa 20 Minuten mit dem Roller hin, den man den ganzen Tag für 60.000 IDR, also knapp 4 Euro mieten kann, und kann dann die komplette Tempelanlage besichtigen und sich außerdem vom Wassergott von allen Sünden befreien lassen.


Ubud

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An Ubud kommt man nicht vorbei, wenn man durch Bali reist. Es liegt so ziemlich in der Mitte des Landes und zieht einen magisch an. Es ist ein alternatives Örtchen mit freilaufenden Affen, kleineren Tempeln, süßen Geschäften, die sich auf Spiritualität und Yoga spezialisiert haben, und netten kleine Bars.

Dort kann man außerdem traditionelle, balinesische Gesang- und Tanzvorführungen in Tempeln anschauen, die die Geschichte von Bali nacherzählen. Bereits kleine Mädchen trainieren täglich stundenlang dafür, um als Tänzerin bei so einer Show mitzumachen und mit den pompösen Kostümen und filigranen Hand- und Fingerbewegungen ist es faszinierend anzusehen.

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Mount Batur

Nach den entspannten ersten Tagen kam nun die erste Grenzerfahrung: der Wecker steht auf 2 Uhr – nachts! Wir haben für 600.00 IDR eine Sunrise-Tour zum zweithöchsten Vulkan der Insel, Mount Batur, gebucht und da der Aufstieg ca. 4 Stunden dauert, muss man bei Zeiten aufbrechen. Unser Guide, der den ganzen Aufstieg übrigens barfuß unterwegs war, hat uns im Stockdunkeln hoch auf den Gipfel geführt. Zwischenzeitlich hat man einfach gar nichts mehr miteinander gesprochen, sondern nur still und heimlich gehofft, dass es bitte nur bald vorbei sein mag. Je höher man kommt, desto kälter wird es auch. Deshalb sollte man auf jeden Fall eine Thermojacke im Gepäck haben. Es gibt da super praktische, die man zu einem winzig kleinen Sack zusammenknüllen kann und die somit gar nicht ins Gewicht fällt.

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Kurz vor Sonnenaufgang war es dann geschafft und der 1717m hohe Gipfel war erklommen. Es waren zwar ein paar Wolken am Himmel, aber das hat die atemberaubende Aussicht überhaupt nicht getrübt.

Es gibt noch viele andere Berge, die auf Bali bestiegen werden können und ich würde auf jeden Fall dazu raten, einen davon zu probieren!

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Amed

Nach Amed sind wir mit einem Kleinbus gefahren. Dort wurden wir im ‚Stadtkern’ vor einem Restaurant rausgelassen, bei dem der Fahrer wahrscheinlich Provision bekommt. Wir sind einfach mal hinter das Restaurant gelaufen und wurden mit unverbautem Meerblick belohnt. Hier auf Bali vermieten die meisten Einheimsichen sogenannte Homestays. Diese sind sehr günstig und befinden sich oft in einem extra Gebäude im Garten oder Hinterhof. Direkt am Meer von Amed gab es auch ein Homestay und zwar mit genau zwei Bungalows- und einer davon war doch tatsächlich noch frei! Für 200.000 IDR ein echtes Schnäppchen und den Blick auf den soeben noch bestiegenen Vulkan gab es gratis dazu. Absoluter Geheimtipp also und wer das Glück nicht herausfordern möchte, sollte vorher reservieren: Volcano Beach Bungalows.

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Amed und der Nachbarort Tulamben sind vor allem für ihre Tauchgebiete bekannt, in dem auch eines der am besten erhaltenen Wracks liegt. Bei der ‚USS Liberty’ handelt es sich um ein amerikanisches Handelsschiff, das 1942 von einem japanischen Torpedo abgeschossen wurde und wurde erst dieses Jahr wieder unter den Top 3 Wrack-Tauchspots der Welt gelistet.

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Das musste ich mir natürlich anschauen! Dank eines Vulkanausbruchs liegt es sehr nah am Ufer und ist zwischen 9 und 30 Metern tief und somit für fast alle Tauchlevels geeignet. Nach einem Jahr Tauchabstinenz hatte ich dennoch etwas Respekt davor, doch die ausführliche Einweisung und mein sehr erfahrener Tauchbuddy haben mir die Angst nehmen können und mir einen tollen Tauchgang mit einem sehr gut erhaltenen Wrack und vielfältigen Fischarten beschert.


Gili Islands

Gili Air

Mit einem privaten Taxi ging es dann von Amed zur Bootsablegestation Padang Bai, von der aus es per Schnellboot auf die Gilis ging. Gilis bedeutet ‚kleine Inseln’ und diese gibt es sehr oft. Die Gilis vor zwischen Bali und Lombok bestehen aus den drei Inseln Gili Trawangan, Gili Air und Gili Meno. Wir haben uns für die ruhige Insel Gili Air entschieden. Auf allen Insel sind motorisierte Fahrzeuge verboten, was ihnen einen besonderen Charme gibt. Stattdessen fahren viele mit leisen Elektrorollern, Fahrrädern oder auch mit Pferdekutschen auf nicht befestigten Wegen über die Insel.

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Gili Air ist die Wasserinsel und daran kann man sich wirklich nicht sattsehen. Wir haben uns in den Salim Cottages einquartiert, in denen man große Bungalows mit riesigen Betten und Open Air Bädern mieten kann. Außerdem befindet sich auf jeder Terrasse eine Hängematte, die dazu einlädt, es sich mit einem Buch darin bequem zu machen.

Wie an jeder Station haben wir auch hier ein schönes Yogastudio gefunden (h2o-Yoga), das wir regelmäßig besucht und sogar an einem dreistündigen Workshop für ‚arm balances’ und an Meditationen teilgenommen haben.

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Gili Trawangan

Die Insel Gili Trawangan liegt nur einen kurzen Bootstrip von Gilt Air entfernt und wurde angefahren, um den Jahreswechsel gebührend zu feiern.

Im Nachhinein war das allerdings keine so gute Idee, da ganz Bali auf die Insel fährt, um dort Silvester zu feiern. So kam es dann auch, dass alle Unterkünfte, die wir gebucht hatten, doppelt belegt und somit voll waren und wir stundenlang mit der Pferdekutsche von Hotel zu Homestay zu Hostel gefahren wurden. Irgendwann wurden wir dann in einem eher dürftigen Homestay für einen horrenden Preis fündig, aber es hätte keine Alternative gegeben.

Immerhin war Silvester am Strand mit Feuerwerk von der eigenen und den anderen Inseln dann doch eine einzigartige Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Wer also dasselbe vorhat: unbedingt weit im Voraus buchen oder gleich auf Gili Air oder Gili Meno ausweichen!


Kuta Lombok

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Wenn man auf den Gilis ist, ist man bereits so nah an Balis Nachbarinsel Lombok dran, dass sich ein Abstecher dorthin auf jeden Fall lohnt. Wir sind mit dem Taxi bis ans südliche Ende gefahren und zwei Nächte in Kuta Lombok geblieben. Dort haben wir uns einen Roller gemietet und sind zu versteckten und verlassenen Stränden gefahren.

Einer davon war der ‚Mawun Beach’, an dem keine Menschenseele war. Der Sand sah aus wie Couscous, das Wasser war kirstallklar, und die Kulisse ein Traum.

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In Kuta Lombok haben wir außerdem am bisher höchstgelegenen Punkt meines Lebens Yoga gemacht. An die Aussicht auf die Berge und das Meer im Hintergrund, die leichte Brise, die durch die Haare weht und die entspannte Yogasequenz denke ich heute noch gerne zurück.

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Sanur

Am nächsten Tag ging es mit dem Schnellboot wieder zurück nach Bali. Diesmal nicht über Padang Bai, sondern über Sanur. Hier befindet sich auch eine Ab- und Anlegestation für die Boote.

fullsizeoutput_2baDort war dann auch endlich mal wieder Wellness angesagt. In unserem Hotel gab es ein hauseigenes Spa, in dem ich mich von Kopf bis Fuß verwöhnen ließ. Und das ganz ohne schlechtes Gewissen meinem Geldbeutel gegenüber, da die Preise für Massagen und andere Wellness-behandlungen auf Bali ähnlich wie in Thailand sind und somit fast nichts kosten.

Ansonsten war Sanur mehr als Zwischenstation zu verstehen, die wir auf unserem Weg zum südlichsten Zipfel Balis eingelegt haben.


Uluwatu

Hier gibt es einen weiteren Tempel, der unsere Aufmerksamkeit geweckt hat: Der direkt an hohen Klippen gelegene Uluwatu Tempel oder auch Affentempel genannt. Woher der Name kommt, wird schnell klar: wohin man auch schaut, der ganze Tempel ist von Affen bevölkert. Diese sind bereits so an Menschen gewöhnt, dass sie überhaupt keine Scheu mehr haben und Essen aus der Tasche klauen oder einem auf den Kopf springen.

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fullsizeoutput_13cIn Uluwatu gibt es ausserdem einen sehr bekannten Surfspot, der allerdings aufgrund von schlechten Wetterverhältnissen und zu hohen Wellen nicht sehr gut besucht war. An Tagen wie diesen merkt man eben, dass man in der Regenzeit unterwegs ist und daher teilweise nicht das volle Potential von schönen Sightseeingpunkten ausnutzen kann.


Kuta

Kuta ist die Touristenhochburg schlechthin und war nach den Wochen an eher ruhigeren Orten fast ein Kulturschock: überall laute Musik, die Straßen voller Abgase von den vielen Autos und Rollern, ein Geschäft reiht sich an das nächste und am Strand ist es mit den Surfschulen genau dasselbe. Außerdem fällt man als weiße Frau mit blonden Haaren ganz besonders auf, sodass man öfter als Fotoobjekt herhalten musste.

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Nusa Lembongan

Der nächste längere Halt auf der Reise war die kleine, vorgelagerte Insel ‚Nusa Lembongan’, die man von Kuta aus in nur 30 Minuten mit dem Schnellboot erreicht hat.

Dort hatte ich eine Woche lang einen Bungalow ganz für mich alleine, einen Roller zur freien Verfügung und Yogasessions am laufenden Band. Entspannung pur und das über Weihnachten- auch mal eine schöne Abwechslung zur teilweise sehr stressigen, vor allem aber sehr kalten Weihnachtszeit zu Hause.

Ich hatte das Glück, genau zu der Zeit auf der Insel zu sein, zu der das größte hinduistische Fest des Jahres stattfand. Die Gastgeberin unseres Homestays hat alle Gäste dazu eingeladen, zusammen mit dem Rest der Insel daran teilzunehmen und uns dazu noch authentische balinesische Kleidung zur Verfügung gestellt, dass wir nicht so sehr als Touristen an diesem hochreligiösen Fest auffallen.

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Alle Familien haben sich an einem heiligen Baum in der Mitte der Insel getroffen und riesige Opfergaben mitgebracht. Dann wurden traditionelle Tänze aufgeführt, laute Musikstücke gespielt und schließlich wurden die bösen Geister von einer heiligen Drachenfigur verbannt und alle teilnehmenden Menschen geweiht. Was für eine faszinierende Erfahrung!

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Nusa Lembongan ist außerdem bekannt für seine einzigartigen Tauch- und Schnorchelspots und um den Weihnachtstag gebührend zu starten, ging es erstmal auf eine Schnorcheltour um die Insel.

IMG_9785Danach habe ich zusammen mit anderen Bewohnern des Homestays ein ‚suckling pig’, was so viel heißt wie Spanferkel aus Bali bestellt, was mit dem Boot heiß zu uns auf die Insel geschifft wurde und uns Heilig Abend schmackhaft gemacht hat.

IMG_9839Eine neue Erfahrung war außerdem Aerial Yoga bei ‚Serenity Yoga Lembongan’, das ich vorher noch nie ausprobiert hatte. Und was soll ich sagen: nun bin ich süchtig danach und hier zu Hause ständig auf der Suche, etwas Vergleichbares zu finden.


Lovina

Wieder zurück auf balinesischem Festland ging es einmal komplett über die Insel nach Norden, genauer gesagt nach Lovina.

Dieser Ort ist bekannt für seine Delfinschulen, die sich dort regelmäßig aufhalten und so klingelte der Wecker wieder recht früh, da die Chance, viele Delfine zu sehen, in der morgendlichen Dämmerung am größten ist. Das frühe Aufstehen wurde belohnt: Wir sahen sowohl etwas größere Delfine, die sich paarweise zeigten, als auch ganze Delfinschulen von kleineren Arten.

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fullsizeoutput_124Außerdem ist Lovina ein guter Ausgangspunkt, um einen Ausflug in die nähere Umgebung zu machen, die mit Reisterrassen, buddhistischen sowie hinduistischen Tempeln und heißen Quellen nur so übersäht ist. Wir haben uns dazu einen privaten Fahrer samt Taxi für umgerechnet ca. 20 Euro gemietet, der uns zu allen schönen Spots gefahren hat. Da es hier oben keine gut funktionierenden öffentlichen Verkehrsmittel gibt, ist das der einzige Weg, die Gegend zu erkunden. Selbst einen Roller zu mieten bietet sich nicht an, da es dort sehr bergig ist und uns deshalb davon abgeraten wurde. Außerdem haben wir so durch unseren Fahrer viele Infos über die Orte, die wir besucht haben, bekommen.


Route im Überblick

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Nicht auf der Route eingezeichnet ist die Insel Nusa Lembongan zwischen Bali und Lombok (Google kennt wohl den Transportweg über Wasser noch nicht). Ich habe die Route tatsächlich etwas anders gemacht, würde sie im Nachhinein aber auf diese Weise anpassen, da es aufgrund der Entfernungen in dieser Reihenfolge mehr Sinn macht. Insgesamt habe ich fünf Wochen dort verbracht, was eine gute Zeitspanne ist, um die schönsten Sehenswürdigkeiten der Inselgruppen anzuschauen. Man merkt vor Ort aber sehr schnell, dass es in Indonesien noch so viel mehr zu entdecken gibt, dass sich eine weitere Reise dorthin definitiv lohnt. To be continued…

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