Yosemite National Park

Ein Juwel mitten in Kalifornien! Auf meinem Roadtrip vor fünf Jahren habe ich diesen Spot aufgrund fehlender Zeit ausgelassen und nun bin ich umso glücklicher, diese Lücke mit vielen beeindruckenden Momenten zu füllen zu können. Der Yosemite National Park hat so unglaublich viel zu bieten, dass man sich ein paar Tage Zeit nehmen sollte, diesen zu erkunden. Hier ein kleiner Einblick in die faszinierende Welt dieses Parks.

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Hetch Hetchy Valley

Dieses Valley ist ein eher weniger bekannter Fleck, versteckt im friedlichen Nordwesten des Yosemite National Parks. Zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert: Im Frühling sprudeln zwei von Nordamerikas größten Wasserfällen aus Granitklippen, die über 1000 Fuß hoch sind, in das gigantische Becken des Staudamms ‚Hetch Hetchy Reservoire‘. Bis zum Herbst haben Besucher hier Zugang zu weiter Wildnis gefüllt mit Seen, Bächen und einer bunten Tier- und Pflanzenwelt. Im Winter können Abenteurer das Valley mit Skiern oder Schneeschuhen erkunden.

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Man gelangt über den ‚Hetch Hetchy Entrance‘ dorthin, welcher weniger angefahren wird als der Eingang bei El Portal oder auch der South Entrance. Während bei den anderen Eingängen meilenweite Staus waren, konnte man hier einfach durchfahren. Besonders an verlängerten Wochenenden kann das ein paar Stunden Fahrt- bzw. Stauzeit einsparen.

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Es gibt sechs ausgewiesene Wanderwege in verschiedenen Schwierigkeitsstufen, mit denen man das Hetch Hetchy Valley erkunden kann. Aufgrund seiner eher niedrigen Höhe sind die Trails sehr gut für die breite Masse machbar. Auf jeden Fall sollte man genug Wasser und Sonnencreme einpacken und sich auf Klapperschlangen und anderes Getier gefasst machen.

Wir haben uns für den ‚Wapama Fall Trail‘ entschieden. Er ist 5 Meilen lang und folgt dem Ufer des Reservoirs mit moderatem Bergauf- und absteigen. Der Trail beinhaltet spektakuläre Aussichten sowohl auf den Tueeulala als auch auf den Wapama Wasserfall. Um zum Wanderweg zu gelangen, überquert man einfach den Staudamm und läuft durch den Tunnel. Mit ein paar schönen Stopps kann man hier mehrere Stunden verbringen.

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Yosemite Valley

Das Yosemite Valley ist das Herz des National Parks. Umrandet von riesigen Bergen befindet es sich ziemlich in der Mitte und ist nur durch eine Einbahnstraße erreichbar. Nachmittags und ganz besonders am Wochenende füllt sich diese Straße so unglaublich schnell, dass man mit zwei- bis dreistündigen Verspätungen rechnen kann. Normalerweise liest man solche Schilder und denkt: Das ist vielleicht sonst so, aber bestimmt nicht heute! Lass dir in diesem Fall gesagt sein: Im Yosemite Valley ist diese Warnung auch wirklich so gemeint! Wir sind an diesem Tag am South Entrance in den Park gefahren, an dem wir bereits mehr als eine Stunde anstehen mussten, und haben uns dann mit vielen, vielen anderen Autofahrern bis hoch ins Valley gekämpft. Nach ein paar Stunden denkt man ans Umkehren, was jedoch aufgrund der Einbahnstraßenregelung nicht mehr möglich ist.

DSC02302Deshalb sieht man besonders auf dieser Straße viele Fußgänger, die aus dem Auto aussteigen und die schönen Spots entlang der Route zu Fuß erkunden. Voraussetzung dafür ist ein Beifahrer, der das Auto in der Zwischenzeit zwei Meter weiter in den Stau lenkt.

Ein Beispiel dafür ist die ‚Swinging Bridge‘ auf der linken Seite der Straße, von der man die Yosemite Falls von Weitem bereits gut erkennen kann. Folgt man der Straße weiter ins Valley, kommt man außerdem ein einer kleinen Kapelle vorbei und an verschiedenen Stränden wie beispielsweise dem ‚Sentimel Beach‘ oder dem ‚Cathedral Beach‘. An allen Orten befinden sich Bereiche zum Picknicken und manchmal sogar zum Grillen. Viele Menschen sind sogar so gut ausgestattet, dass sie ein komplettes Zelt mit Bierbänken in diesen Bereichen aufstellen und ein großes Barbecue veranstalten.

Tunnel View

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Irgendwann hat man es dann geschafft und kommt zum bekannten ‚Tunnel View‘, den man auf dem Beitragsbild dieses Artikels sehr gut erkennen kann. Ein Geheimtipp hier: Nicht erst nach dem Tunnel anhalten und tolle Panoramen bewundern, sondern bereits circa eine halbe Meile davor stoppen. Man gelangt dort von einem kleinen Parkstreifen aus auf ein steiniges Plateau, von dem man eine atemberaubende Sicht hat. Hier sind bei Weitem weniger Menschen als beim Viewpoint nach dem Tunnel und man kann sich in Ruhe hinsetzen, den Vögeln beim Zwitschern und den Wasserfällen beim Plätschern zuhören.

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Auf dem Weg zum Tunnel kommt man auch beim ‚Bridalveil Fall‘ vorbei, zu dem man mit einem superkurzen Spaziergang von 20 Minuten gelangt.

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Durch die vielen Regenfälle in Kalifornien zu Beginn des Jahres kommen hier zusätzlich zum schmelzenden Schnee gewaltige Wassermassen aus den Bergen. Egal, welchen Wasserfall man anschaut, es ist jedes Mal aufs Neue beeindruckend. Umso schwerer kann man sich hier im sattgrünen Yosemite National Park mit den voll gefüllten Stauseen vorstellen, dass Kalifornien  sich in einer Dürrezeit befindet, in der in besonders schlimmen Zeiten das Wasser pro Haushalt rationiert werden muss.

Vernal Fall

DSC02351Ein absolutes Muss bei einem Besuch im Park ist die Wanderung hoch zum Vernal Fall. Dieser befindet sich am östlichen Ende des Loops durch das Yosemite Valley. Man parkt das Auto an einem der ausgeschilderten Parkplätze oder nimmt einen Shuttle Bus bis zum Eingang des ‚Mist-Trails‘.

Man hat nun die Möglichkeit, bis zu einer Brücke zu laufen, von der man eine gute Sicht auf den Wasserfall hat (1.3 km) oder man wagt sich an den etwas steileren Aufstieg und begibt sich auf die 2.4 km lange Wanderung bis hoch zum Vernal Fall. Ich würde den längeren Aufstieg absolut empfehlen, da sich das Ende mehr als lohnt. Man steigt steinige Treppen neben dem Wasserfall auf, wird von feinem (und sehr nassem!) Sprühnebel umgeben und sieht mit viel Glück einen tollen Regenbogen, der sich von der Sonne im Wasser spiegelt.

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Glacier Point

An belebten Wochenenden ist die Passtraße hoch zum Glacier Point gesperrt, da es oben einfach zu voll ist. Bis Mai kann es außerdem sein, dass die Straße aufgrund von Schnee unzugänglich ist. Genau so verhält es sich auch mit dem Highway 120, der einmal quer durch den Park führt: Dieser ist nur in den Sommermonaten geöffnet.

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Man parkt auf dem Weg zum Glacier Point auf dem Parkplatz des ‚Badger Pass- Skiliftes‘ und lässt sich dann gemütlich von einem Busshuttle bis nach oben fahren. Je früher man da ist, desto weniger muss man in Schlangen darauf warten, von einem der Busse, die im Abstand von 15-30 Minuten abfahren, auf den Gipfel gebracht zu werden. Man kann diese Tour nun sehr amerikanisch durchführen: in den Bus steigen, oben aussteigen, Fotos machen und mit dem nächsten Shuttle wieder runter fahren. Oder man entscheidet sich für einen der tollen Wanderwege, die es auch hier in einer Vielzahl gibt.

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Achtung, Anti-Touri-Tipp: Man nimmt vom Glacier Point aus den ‚Pohono Trail‘ und läuft einmal quer durch den Wald bergauf zum Sentimel Dome (1.5 Meilen), den zum Glück noch nicht jeder kennt. Der Trail ist teilweise schwer erkennbar und oft versperren riesige Baumstämme oder tiefe Pfützen den Weg. Außerdem muss man ungefähr 200 Höhenmeter überwinden, aber angeblich hat sich dort eine Bärenmama mit ihren kleinen Bärenkindern niedergelassen. Leider war uns dieser Anblick nicht vergönnt gewesen.

Sentimel Dome

Stattdessen wird man, wenn man oben auf 2477 Metern angekommen ist, mit einem atemberaubenden 360 Grad- Blick über fast den gesamten Yosemite National Park belohnt. Spätestens hier merkt man dann, dass man auf jeden Fall festes Schuhwerk einpacken sollte, denn sonst kann man das schneebedeckte Gipfelplateau nicht gut erklimmen. Außerdem pfeift der Wind dort oben noch ein bisschen stärker, sodass sich zusätzlich auch eine warme Weste lohnt. Ansonsten hatten wir durchgehend Temperaturen zwischen 20-30 Grad.

Man hat von dort oben die perfekte Sicht auf die Upper und Lower Yosemite Falls, den berühmten Half Dome und das Yosemite Valley mit seinen zahlreichen Wasserfällen wie dem Vernal und dem Nevada Fall sowie dem Horse Tail Fall-  absolut beeindruckend! sentieml dome


Mariposa Cove

Mariposa Grove MuseumNormalerweise sollte man auch einen weiteren Punkt im Yosemite National Park anfahren: die Mariposa Cove of Giant Sequoias direkt am South Entrance. Leider wird diese seit 2015 neu erschlossen und ist deshalb nicht für Besucher zugänglich. Laut Parkbetreiber soll diese Ende 2017 mit verbesserten Wanderwegen und und neuen Einrichtungen wieder eröffnet werden.  Hier befinden sich 500 riesige Sequoia Bäume, die auch den Übergang zum angrenzenden Sierra National Forest und schließlich dem Sequoia National Park markieren.


Map Yosemite National Park

Yosemite-Map

(Quelle: http://www.inetours.com/Yosemite/Yosemite_Map.html)

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Sabine sagt:

    Tolle Fotos!!! Wir waren vor 3 Wochen dort – unsere Eindrücke waren sehr staugeprägt. Insofern: Die Tipps sind wirklich Gold wert!

    Liken

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